Schwer belastet

Falschaussage? Jetzt wackelt Schmids Kronzeugen-Status

26.03.2026

Gleich vier Finanzbeamte belasteten Thomas Schmid im Wöginger-Prozess schwer. Jetzt wackelt sein Kronzeugen-Status. 

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© APA/FOTOKERSCHI.AT/WERNER KERSCHBAUMMAYR
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Der Prozess gegen ÖVP-Klubobmann August Wöginger bringt nun auch Ex-Finanzministeriums-Generalsekretär Thomas Schmid schwer unter Druck. Denn gleich mehrere hochrangige Finanzbeamte belasteten Schmid in ihren Zeugenaussagen vor Gericht in den letzten Tagen.

Schmid-Interventionen geoutet

Neben der Besetzung des Finanzamts Braunau ging es im Wöginger-Prozess nämlich auch um die Leitung des Finanzamts Freistadt Rohrbach Urfahr. Thomas Schmid hatte bei seiner Zeugenaussage am 9. März behauptet, „wenig bis gar nichts“ über diese Bestellung zu wissen.

Finanzbeamte belasten Schmid

Gleich vier Finanzbeamte widersprachen den Schmid-Aussagen jedoch deutlich und outeten gleich mehrere Interventionen des damaligen Generalsekretärs. Schmid habe sehr wohl einen Wunschkandidaten für die Leitungsfunktion in dem Finanzamt gehabt und sei „außer sich“ gewesen, als dieser nicht auf Platz 1 gereiht wurde. Schmid soll außerdem – so die Aussage eines weiteren Beamten im Prozess – sogar seinen Sektionschef angewiesen haben, den erstgereihten Bewerber zum Rückzug zu bewegen. Der Sektionschef sprach am Dienstag beim Prozess von einer „Weisung“ Schmids. Er habe das als „negativen Höhepunkt“, „absoluten Witz“ und „Frechheit“ empfunden, so der Sektionschef.

Falschaussage? Jetzt wackelt Schmids Kronzeugen-Status 

Besonders brisant sind diese Aussagen im Wöginger-Prozess angesichts des Kronzeugen-Status von Schmid im WKStA-Verfahren gegen Sebastian Kurz in der sogenannten Inseraten-Causa. Schmids Kronzeugen-Status dürfte nun jedenfalls gehörig wackeln. Denn bei einer Falschaussage müsste ihm dieser rechtlich entzogen werden.