Minister-Schach

Faymann baut Regierung um

13.01.2016

Die SPÖ spielt Minister-Schach – neu im Team ist Hans Peter Doskozil als Heeresminister.

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© APA/ Techt/ Pfarrhofer/ Hochmuth
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Am Freitag wird es offiziell, doch die Rochade stand bereits in ÖSTERREICH: Kanzler Werner Faymann krempelt sein SPÖ-Regierungsteam völlig um, Grund dafür ist die Nominierung von Sozialminister Rudolf Hundstorfer zum roten Hofburg-Kandidaten. Sensation (und auch die war in ÖSTERREICH zu lesen): Polizeidirektor Hans Peter Doskozil wird Verteidigungsminister. Zwei eher stille SPÖler erweisen sich als wahre Überlebenskünstler.

Stöger: Nach Gesundheits- jetzt Pensionsreform

  • Stöger folgt Hundstorfer
    Seit Tagen fix ist, dass der ­stille Infrastrukturminister Alois Stöger (55) Nachfolger Hundstorfers wird. Stöger stammt wie sein Vorgänger aus der Gewerkschaft (Metaller Oberösterreich) und er hat die Gesundheitsreform ohne Störgeräusche über die Bühne gebracht. Jetzt soll ihm dasselbe mit der Pensionsreform gelingen. Das ist keine leichte Sache: Denn die ÖVP will tief in die Pensionen hineinschneiden.
  • Klug folgt Stöger
    Jetzt der Hammer: Verteidigungsminister Gerald Klug (47) wechselt ins Verkehrsressort, das die Digital-Agenden verliert. Klug war abgeschrieben worden, doch Faymann schätzt den knorrigen Steirer.

Doskozil hat den besseren Draht zu VP-Mikl-Leitner

  • Newcomer Doskozil
    Keine Überraschung mehr, jedenfalls aber ein Coup: Burgenlands Polizeichef Hans Peter Doskozil (46) wird Heeresminister. Er soll eine neue Achse zu ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner in Sachen Asylpolitik schmieden. Mit Klug hatte Mikl nicht das beste Verhältnis.
  • Steßl aufgewertet
    Kanzleramtsstaatssekretärin Sonja Steßl (34) wurde als Ministerin gehandelt – jetzt gibt es immer hin eine Aufwertung: Sie bekommt aus dem Stöger-Ministerium die wichtigen Digital-Agenden (also die Breitband-Milliarde!).

Zwar beschließt der SP-Vorstand die Rochade bereits morgen, vollzogen wird sie aber erst Anfang Februar.

Hundstorfer startet den Wahlkampf erst Februar

Erst dann wird auch Hundstorfer – mit Gewerkschaftshilfe – in den Präsidentenwahlkampf einsteigen.

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