Eurofighter Taiphoon

Flugstunde kostet bald 66.600 Euro

13.04.2009

Binnen weniger Jahre explodieren die Betriebskosten für die 15 Eurofighter: Bis 2013 werden sie sich verdoppeln.

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"Die Kosten der Eurofighter fressen uns auf“, klagten kürzlich führende Offiziere in einem Brief an SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos. Ein Hauptgrund dafür: Der Betrieb der Abfangjäger wird deutlich teurer als vor dem Kauf erwartet, wie die Detailauswertung eines Rechnungshof-Berichts belegt.

Doppelte Betriebskosten
Die vom Hersteller genannten jährlichen Betriebskosten von 50 Millionen Euro werden sich bis zum Jahr 2013 verdoppeln. Ab dann müssen mindestens 100 Millionen Euro pro Jahr für insgesamt 1.500 Flugstunden aufgewendet werden. Pro Flugstunde Luftraumüberwachung würden im Schnitt über 66.600 Euro verbrannt.

"Ich hätte sie nicht gekauft"
Wobei das noch nicht die ganze Kostenwahrheit ist, wie der Rechnungshof im Vorjahr anklingen ließ. „Auch die aktualisierten Schätzungen enthielten nur einen Teil der tatsächlichen Kosten“, heißt es. So fehlen etwa Personal- und Infrastrukturkosten. Das Verteidigungsministerium bestätigt die Aktualität der düsteren RH-Prognosen. Ressortchef Darabos hält fest: „2008 waren die Betriebskosten im Rahmen, aber diese Kosten werden steigen, wenn wir die 15 Flugzeuge im Vollbetrieb haben.“ Nachsatz: „Ich hätte dieses Flugzeug nicht gekauft, denn es verursacht enorme Betriebskosten.“

"Kosten geschönt"
Der Luftfahrtexperte Georg Mader kritisiert sowohl Darabos als auch dessen Vorgänger Günther Platter, unter dem die Jets geordert wurden: „Beide haben entweder die Kosten geschönt oder aus den Betriebskosten kurzfristig Sachen herausgerechnet, aber irgendwann schlägt eben die Stunde der Wahrheit.“ Mit dem Eurofighter habe diese Kostenexplosion nichts zu tun. „Mit unserem geringen Verteidigungsbudget ist jeder Abfangjäger eine Herausforderung.“

Offen ist, wie viel Darabos durch seinen „Spardeal“ bei den Betriebskosten sparen kann und wie stark der Heeres-Haushalt unter dem Anstieg leidet. Denn bisher hat der Bund für die Betriebskosten nur einen Kostenersatz von 32 Millionen Euro pro Jahr geleistet.

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