Orange Revanche

Gastinger vergab Aufträge an heutigen Dienstgeber

06.09.2007

Westenthaler ließ Gastingers Vergaben prüfen: Als Justizministerin schanzte sie ihrem heutigen Arbeitgeber Aufträge über knapp 120.000 Euro zu.

Zur Vollversion des Artikels
© APA/Herbert Pfarrhofer
Zur Vollversion des Artikels

Das Engagement von Ex-Justizministerin Karin Gastinger für die Consulting-Firma "Beyond" hat ihre ehemaligen Orangen Bündnisfreunde hellhörig gemacht. Just BZÖ-Chef Peter Westenthaler hat eine Anfrage an Justizministerin Maria Berger eingebracht, was für Verträge während Gastingers Amtszeit an "Beyond" vergeben wurden. Gar nicht so wenige, lässt sich aus der Beantwortung herauslesen. Aber es ist alles korrekt abgelaufen, versichert Berger.

Für die Strafvollzugsreform
Konkret gibt die Justizministerin drei Aufträge an, die ihre Vorgängerin "im Zuge der Reorganisation des österreichischen Strafvollzugs" an "Beyond" vergeben hat. Gesamtwert: 118.062 Euro. Freilich findet sich im Berger-Ressort kein Fingerzeig, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Ausschlaggebend bei der Vergabe sei gewesen, dass "Beyond" zum selben Angebotsbetrag wie der Mitbewerber einen höheren Einsatz an Beratertagen angeboten habe.

Orange Revanche
Die Anfrage an sich entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, verbindet die beiden doch kein allzu gutes Verhältnis. Die frühere Justizministerin machte vor allem ihn für ihren Austritt aus dem BZÖ knapp vor der Wahl verantwortlich. Dann verprügelte Westenthalers Bodyguard ihren Pressesprecher in der Wahlnacht. Und schließlich deutete Gastinger an, dass der BZÖ-Chef für den BAWAG-Angeklagten Wolfgang Flöttl interveniert habe.

Rote Hilfe
Dass Westenthaler sich deshalb an Berger wendet, ist aber auch nicht schlecht. Bis dato hat er die rote Justizministerin eher mit Vorwürfen eingedeckt, sie würde ihn politisch verfolgen. Anlass waren die gerichtlichen Erhebungen gegen den Orangen im Zusammenhang mit der Prügelaffäre und den Interventionsgerüchten.

Beyond auch nicht ohne
Andererseits ist auch Gastingers Arbeit bei "Beyond" nicht so ohne. Sie ist als eine von drei Partnern und Geschäftsführern für den Ausbau der Beratungstätigkeit im öffentlichen Bereich zuständig. Spezialisiert ist die Firma auf Unternehmensberatung in "regulierten Branchen" - also im Bereich der früheren Monopolisten im Telekom-, Energie- und Verkehrssektor.

Zur Vollversion des Artikels