Gentech-Verbot

Greenpeace protestiert mit Straßenwalze vor US-Botschaft in Wien

20.03.2008

Greenpeace protestiert am Donnerstag vor der Wiener US-Botschaft gegen Strafzölle auf österreichische Produkte wegen des Genmais- Importverbotes.

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© AP/Ronald Zak
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Während in den USA Massenproteste anläßlich des 5. Jahrestages des Irak-Krieges stattfinden, fahren in Wien Greenpeace-Aktivisten mit einer Straßenwalze vor der US-Botschaft auf um gegen US-Strafzölle auf österreichische Produkte wegen Gentech-Verboten zu protestieren.

30 Aktivisten vor US-Botschaft
Der Protest richtet sich gegen das Vorhaben der Bush-Regierung, Strafzölle auf österreichische Produkte einheben zu wollen, sollte Österreich seine Importverbote für die beiden gentechnisch veränderten Maissorten MON 810 und T25 nicht aufheben.

Vor Ort walzt eine Straßenwalze mit der US-Symbolfigur „Uncle Sam“ am Steuer eine aus Maiskörnern gebaute Österreich-Karte und den darin befindlichen Schriftzug ‚Gentechnikfreiheit’ nieder. So symbolisieren die Aktivisten das rücksichtslose Vorgehen der USA im seit dem Jahr 2003 andauernden Streit um Österreichs Gentech-Verbote.

USA sollen Wunsch nach Gentechnikfreiheit respektieren
„Das Motto der Bush-Regierung lautet offenbar auch hier: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Mit voller wirtschaftlicher Gewalt soll Österreichs Gentechnikfreiheit bei Mais niedergewalzt werden“, empört sich Steffen Nichtenberger, Gentechnik-Sprecher von Greenpeace, „Anstatt durch Strafzölle den Import von Gentech-Mais nach Österreich erzwingen zu wollen, sollte die US-Regierung das souveräne Recht und den Wunsch der überwiegenden Mehrheit der Österreicher nach Lebensmitteln ohne Gentechnik respektieren.“

Der heutige Greenpeace-Protest findet einen Tag vor Ende jener Frist statt, innerhalb derer US-Firmen beim Handelsministerium der Bush-Administration europäische und österreichische Produkte für die Verhängung von Strafzöllen vorschlagen können.

Mannerschnitten und Mozartkugeln in Gefahr
„Die Bush-Regierung bastelt derzeit an einer Schwarzen Liste zur Verhängung von Strafzöllen auf europäische und österreichische Produkte. Bereits jetzt könnten sich prominente Produkte wie Mannerschnitten oder Mozartkugeln im Fadenkreuz der US-Administration befinden. Diese Produkte würden dann aufgrund bis zu doppelt so hoher Importzölle massive Umsatzeinbussen in den USA erleiden“, so Nichtenberger, „Wir raten den Österreichern, das vor dem Kauf von US-Produkten zu berücksichtigen“.

Bereits letzten Donnerstag hatte sich Greenpeace per Brief an die US-Botschaft gewandt und diese aufgefordert, alles zu tun, um die Verhängung von Strafzöllen auf österreichische Produkte zu verhindern.

Bisher gab es keine Antwort, deshalb wollen Greenpeace-Aktivisten zum Abschluss des heutigen Protests einen Geschenkkorb mit Mannerschnitten und Mozartkugeln als freundliche Erinnerung an die US-Botschaft übergeben.

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