Frauentag

Jede 7. Frau unter der Armutsgrenze

06.03.2009

234.000 Frauen sind in Österreich von akuter Armut betroffen. Im Zuge der Wirtschaftskrise sei mit einer weiteren Verschärfung zu rechnen.

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© APA/Robert Jaeger
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Jede siebente Frau muss in Österreich mit einem Einkommen unter der Armutsgrenze (rund 900 Euro) auskommen. 234.000 sind von akuter Armut betroffen. Im Zuge der Wirtschaftskrise sei mit einer weiteren Verschärfung zu rechnen, sagte Michaela Moser von der Armutskonferenz am Freitag anlässlich des Weltfrauentages am 8. März.

Verschrottungsprämien für alte Autos werden der Situation ihrer Meinung nach genauso wenig gerecht wie milliardenschwere Rettungspakete für Banken. Die Krise sollte vielmehr "an der Wurzel bekämpft und dazu genutzt werden, sich endlich von überholten und zerstörerischen Wirtschaftsdogmen abzuwenden und in Maßnahmen für eine sozial- und geschlechtergerechte Politik zu investieren."

Maßnahmen gefordert
Zahlreiche Organisationen und Politikerinnen haben anlässlich des 101. Internationalen Frauentags am Sonntag Maßnahmen zur Frauenförderung und Gleichstellung gefordert. Unter anderem drängte das BZÖ auf Neuerungen betreffend den Unterhaltsvorschuss, um deren Bezieher rascher zu ihrem Recht zu verhelfen und abzusichern.

Das BZÖ forderte Neuerungen beim Unterhaltsvorschuss: "Der Staat sollte generell in Vorlage treten und holt sich dann das Geld zurück vom Unterhaltspflichtigen. Ein weiteres Anliegen des Bündnisses sei die Steuerreform. Diese sei "frauenfeindlich" und würde Frauen keine Entlastung bringen, lautete die erneute Kritik.

Infrastrukturministerin Doris Bures (S) will verstärkt junge Mädchen für Naturwissenschaften und Technik - und damit zukunftsträchtige Berufe - begeistern. Forciert werden soll auch die Frauenförderung in den Betrieben. Ab Herbst sollen forschungs- und entwicklungsintensive Unternehmen, die zur Verbesserung von Chancengleichheit im Betrieb beitragen, mit einem "Staatspreis für Chancengleichheit in Forschung und Entwicklung" ausgezeichnet werden.

Staatssekretärin Christine Marek (V) absolvierte am Freitag Betriebsbesuche in der Steiermark. Sie betonte dabei die Themen Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Stellung der Frau in der Wirtschaft. "Gerade in der derzeit wirtschaftlich schwierigen Situation und Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels können es sich Unternehmen nicht mehr leisten, auf das Potenzial vieler gut ausgebildeter Frauen zu verzichten", erklärte Marek.

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