86,96 % dagegen
Tiroler Schützen lassen weiterhin KEINE Frauen zu
21.01.2026Bei den Tiroler Schützen werden auch künftig keine Frauen am Gewehr mitmarschieren.
Die Mitglieder des Bundes der Tiroler Schützenkompanien entschieden dies mit einer Mehrheit von 86,96 Prozent in einer geheimen Briefwahl, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. Dieser nun gefasste "Grundsatzbeschluss" muss nun von allen Kompanien mitgetragen werden. Der Abstimmung waren Anträge zweier Tiroler Kompanien vorausgegangen, die sich für Frauen am Gewehr ausgesprochen hatten.
"Das ist ein klarer demokratischer Auftrag, unsere gewachsenen Traditionen beizubehalten. Es war richtig, dass wir dieses Thema diskutiert haben - aber jetzt ist es entschieden", bemühte sich Landeskommandant Thomas Saurer in einem Brief an die Mitglieder offenbar um einen Schlussstrich. 322 Personen waren wahlberechtigt, 92,86 Prozent gaben ihre Stimme ab.
"Neun Thesen" als Grundlage
Der Abstimmung war indes ein Diskussionsprozess vorausgegangen. In einer ersten Phase wurden sogenannte "Viertel-Bildungstage" zur Thematik abgehalten. Die Ergebnisse wurden anschließend in "neun Thesen" zusammengefasst, die als Grundlage für den Grundsatzbeschluss dienten. Die Briefwahl fand schließlich von Dezember bis Mitte Jänner statt.
Der Landeskommandant betonte darüber hinaus, dass jede Stimme "Respekt" verdiene - "auch jene, die eine andere Position hat". Doch die Mehrheit habe entschieden. "Jetzt gilt: Weitergehen. Zusammenstehen", appellierte Saurer an seine Mitglieder. Nun brauche es keine "Diskussionen mehr 'nach hinten', sondern Geschlossenheit 'nach vorne'".
"Frage des Erscheinungsbildes" im Mittelpunkt
Zur Position von Frauen im Schützenwesen - die bei Ausrückungen als Marketenderinnen mitmarschieren - hielt er fest, dass diese eine "tragende Säule im Vereinsleben, in der Jugendarbeit, in der Organisation, im sozialen Engagement und in vielen weiteren Aufgaben" seien. Vereinsrechtlich können sie daher als vollwertige Mitglieder Funktionen bis hin zur Obfrau bekleiden. "Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage des Erscheinungsbildes", hielt er fest und fügte hinzu: "Die Diskussion über Rollen und Ämter im Tiroler Schützenwesen ist somit keine Frage von Wert oder Fähigkeit, sondern eine Frage von Aufgaben, Formen und Sinnbildern."