Brutales Match mit Doskozil

Justiz räumt jetzt Milliardär Tojner ab

05.07.2019

Justiz setzt drastische Maßnahmen gegen Tojner nach Anzeige von Doskozil und Razzia.

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© APA/GEORG HOCHMUTH
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Das Match zwischen dem umstrittenen Wiener Investor Michael Tojner und dem burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil wird jetzt richtig brutal. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt nach einer Anzeige Doskozils gegen Tojner und andere Personen auf Hochtouren. Vor Kurzem führten die Ermittler eine Razzia an 50 Standorten in Wien, NÖ, OÖ und dem Burgenland durch.

Tojner müsste 140 Mio. Euro bei Gericht hinterlegen

Und diese Razzia hat jetzt empfindliche Folgen für Tojner. Die Justiz hat, wie berichtet, zahlreiche Immobilien beschlagnahmt, die Tojner wirtschaftlich zugerechnet werden. Nur, wenn er die stolze Summe von 140 Millionen Euro hinterlegt, werden die Beschlagnahmungen aufgehoben, heißt es in dem 47-seitigen Gerichtsbeschluss.

Hintergrund ist die erwähnte Anzeige Doskozils gegen den Unternehmer – wegen Verdacht auf Betrug und Untreue. Tojner soll das Land Burgenland bei der Übernahme der damals gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften Riedenhof, Pannonia und Gesfö um einen Betrag von rund 40 Mio. Euro betrogen haben. Und zwar durch bewusst zu niedrige Bewertungen der Gesellschaften. Tojner weist alle Vorwürfe zurück, es gilt die Unschuldsvermutung.

Firmennetz

Beschlagnahmt wurden Objekte (Grundstücke, Wohnungen), die ehemals gemeinnützigen Gesellschaften (u. a. Gesfö, Ex-Riedenhof) zuzurechnen waren. Das diene der Sicherstellung des Vermögens im Falle, dass Strafen verhängt werden. Gemutmaßt wird in dem Gerichtsbeschluss nämlich auch, dass Tojner Vermögenswerte über ein Netz von Firmen dem Zugriff der Behörden entziehen könnte.

Außerdem habe Tojner bereits zumindest einen seiner Treuhänder zur Vernichtung von Beweismaterial ange­wiesen, schreibt das Gericht. Auch Abgabenhinterziehung wird ihm angelastet.

Tojner: Umstrittener Heumarkt-Investor hat Vermögen von 1,45 Mrd. Euro

Seine erste Schilling-Million verdiente der Oberösterreicher Michael Tojner als Eisverkäufer in Schönbrunn. Später war er bei der Gründung des Wettanbieters bwin dabei, kaufte Firmen, machte Immo-Deals. Das Vermögen des 53-Jährigen, der gerne Rapid-Präsident würde, summiert sich auf stolze 1,45 Mrd. Euro, damit liegt er auf Rang 31 des aktuellen Trend-Rankings der reichsten Österreicher. Vor allem sein umstrittenes (gestopptes) Turmprojekt am Wiener Heumarkt sorgt für heftige Diskussionen und Wirbel.

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