Blaue Basis sammelt sich hinter Kickl

Kickl gegen Hofer: Rittern um FPÖ-Chef

09.10.2019

Die Mehrheit der FPÖ will in ­Opposition und einen rabiaten Kurs à la Kickl.

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© Fotomontage; Getty Images; APA
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„Über Kameradschaft singen die, aber kennen sie nicht“, ätzt ein langjähriger Blauer. Tatsächlich sind die Gräben in der FPÖ – trotz treuherziger Beteuerungen des Gegenteils – tief.

Der tiefe Fall des Heinz-Christian Strache und der Streit um die Zukunft seiner Frau Philippa sorgen für weiteren Sprengstoff. Dahinter tobt freilich auch ein veritabler Richtungsstreit: Die blaue Basis und die FPÖ-Landes­organisationen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland wollen die FPÖ nicht nur in der Opposition sehen, sondern auch einen möglichst harten Kurs. Für sie ist FPÖ-Klubchef Herbert Kickl, der auch noch durch die vielen Vorzugsstimmen (ohne Wien 7,8 Prozent der FP-Wähler) auf Platz 1 der Blauen gereiht wurde, der logische FPÖ-Chef.

Im Hintergrund zieht ohnehin bereits der Ex-FP-Innenminister alle Fäden. Ob er, wie etwa Strache gegenüber Blauen behauptet, selbst statt Norbert Hofer Parteichef werden will, bleibt abzuwarten.

Haimbuchner will ein CSU-Modell für die Blauen

Wege. Ganz anders sieht das Oberösterreichs FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner. Er will zwar aufgrund des desolaten Zustandes der FP und des Wahldebakels ebenfalls, dass die Blauen in Opposition gehen. Der Oberösterreicher möchte aber das Image der Blauen verändern. Der an sich stramm Rechte Haimbuchner möchte ein „Modell CSU“ für seine Partei, die nicht mit Kraftausdrücken à la Kickl agieren solle.

Das dürfte auch dem steirischen FPÖ-Chef Mario Kunasek vorschweben, der sich eher hinter FP-Chef Hofer stellt. Salzburgs FP-Chefin Marlene Svazek, einst ein politischer Schützling von Harald Vilimsky und natürlich Strache selbst, scheint nun ebenfalls in dieses Lager gewechselt zu sein. Sie will jedenfalls, wie Haimbuchner, den totalen Bruch mit den Straches. Auch die Vorarlberger und die Tiroler FPÖ wollen auf einen „moderateren“ Kurs einschwenken.

 

Pro Kickl-Linie:

Dominik Nepp

© APA/HERBERT PFARRHOFER
Der Wiener FP-Chef will Populismusschiene fortsetzen und FPÖ in der Opposition sehen. Ob Kickl das wohl zulassen wird?

Johann Tschürtz

© TZOe Artner
Burgenlands 
FP-Chef will 
im Bund keine 
Koalition mit der ÖVP.

Udo Landbauer

© APA/HELMUT FOHRINGER
Niederösterreichs FP-Chef steht eisern hinter Kickl und will rabiate Oppo­sition im Bund.

 

Pro "CSU"-Modell

Manfred Haimbuchner

© Harald Dostal
OÖ-FP-Chef will rechten Kurs ohne Verbalattacken à la Kickl. 
Er geht Solokurs.

Marlene Svazek

© APA/FRANZ NEUMAYR
Salzburgs FP-Chefin folgt derzeit Norbert Hofer. Sie will Bruch mit den Straches.

Mario Kunasek

© APA/HERBERT PFARRHOFER
Der steirische FP-Chef fürchtet Wahlniederlage und gehört 
derzeit zum Hofer-Lager.

 

Isabelle Daniel

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