Achtung Falle

Kindergeld Neu bringt unterm Strich weniger Geld

11.12.2007

Mit 1. Jänner stehen den Eltern mehr Wahlmöglichkeiten beim Kindergeld zur Verfügung. Wer aber ein neues Modell wählt, hat finanzielle Nachteile.

Zur Vollversion des Artikels
© dpa
Zur Vollversion des Artikels

Die Formulare für das neue Kindergeld gibt es noch nicht, sie sollen aber noch heuer kommen. Höchste Zeit, denn schon in knapp drei Wochen tritt das neue Gesetz in Kraft. Wer dann im Jänner ein solches Formular zur Hand nimmt, darf nicht übersehen, dass die neuen Modelle auch Nachteile bringen können.

Minus unterm Strich
Lange haben die Regierungsparteien um ein flexibleres Kindergeld gerungen. Geeinigt haben sich SPÖ und ÖVP schließlich auf zwei neue Varianten: 15 Monate zu je 800 Euro (plus drei Monate, wenn beide Eltern in Karenz gehen) und 20 Monate (plus vier) zu je 624 Euro. Die alte Variante von 30 (plus sechs) Monaten zu 436 Euro gibt es weiter.

Eltern können sich das für sie am besten geeignete Modell aussuchen. Die Wahlmöglichkeit hat aber auch einen Haken: Wer sich für eines der beiden neuen Modelle entscheidet, bekommt unterm Strich weniger Geld heraus. Der Unterschied kann über den gesamten Bezugszeitraum bis zu 1.300 Euro betragen.

Der Vergleich

  • Das alte Modell bringt bei voller Bezugsdauer insgesamt 15.696 Euro, die kürzere der beiden neuen Varianten in Summe nur 14.400 Euro.
  • Bei einem Umstieg auf die Variante 20 Monate verliert ein Elternteil mindestens 188 Euro und maximal 4.172 Euro. Bei einem Umstieg auf die Variante 15 ­gehen mindestens 364 Euro und maximal 6.176 Euro verloren. Generell gilt: Je älter das Kind zum Zeitpunkt des Wechsels ist, desto höher ist der Verlust.
  • Der Zuschlag für Mehrlingskinder beträgt beim alten Modell in Summe höchstens 7.848 ­Euro, beim kürzeren neuen ­Modell höchstens 3.927 Euro.

Umsteiger verlieren
Eltern, deren Kind schon vor dem 1. Jänner 2008 geboren wurde, können auf das neue Kindergeld umsteigen. In diesem Fall verliert die Kindergeldbezieherin auf jeden Fall. Denn die Gesamtbezugsdauer richtet sich dabei nach dem neuen Modell. Für jene Monate, in denen schon das alte Kindergeld bezogen worden ist, gibt es aber keine Nachzahlung.

Sinnvoll ist ein Umstieg vom alten auf ein neues Modell daher nur bei sehr kleinen Kindern - pro Lebensmonat beträgt der Verlust zwischen 188 und 364 Euro. Eine Entscheidung für den Wechsel muss spätestens im 14. (beim kürzeren Modell) bzw. dem 19. Lebensmonat erfolgen.

Weitere Nachteile des Kindergelds neu: Der Zuschlag für Mehrlingsgeburten beträgt bei allen drei Varianten 7,27 Euro täglich - trotz kürzerem Bezug erfolgt keine Erhöhung. Genauso ist es mit dem Zuschlag für sozial schwache Kindergeldbezieher: Er beträgt einheitlich 6,06 Euro pro Tag.

Ein Vorteil für alle ist die neue, höhere Zuverdienstgrenze von 16.200 Euro. Wer darüber liegt, muss außerdem nicht mehr das ganze Kindergeld zurückzahlen.

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel