Kosten & Knicks

Kneissl-Hochzeit wird jetzt Fall für Parlament

20.08.2018

EU-Kommission kontert Kneissl-Knicks und die Opposition will per parlamentarischer Anfrage von Kneissl Details wissen.

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© Russia Today
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Von Berlin bis New York, von Brüssel bis London bleibt auch zwei Tage nach der „Polit-Hochzeit“ des Jahres das Befremden groß. So titelte die belgische Le Soir: „Man tanzt nicht ungestraft mit Putin.“ Karin Kneissl und ihr Ehemann Wolfgang Meilinger sind inzwischen auf Flitterwochen in Kroatien. Ihr allzu tiefer Knicks vor Wladimir Putin nach ihrem ersten Tanz bei ihrer Hochzeit mit dem russischen Präsidenten mutiert zum Politikum.

Während Kreml-nahe Medien – nur der Propaganda-Sender Russia Today durfte, wie berichtet, aus dem Innersten der Hochzeitsfeier berichten – voller Verzückung immer wieder das Video des tanzenden Putin zeigen, schütteln EU-Politiker quer über den Kontinent den Kopf. Die EU-Kommission erklärte gestern gar, dass sich an ihrer Linie – inklusive Sanktionen gegen den Kreml – nichts ändern werde.

FPÖ-Vizekanzler – und Kneissl-Förderer – Heinz-Christian Strache verteidigt seine Außenministerin hingegen.

Strache verteidigt Kneissl mit Tanzschultipps von Schäfer-Elmayer

Nachdem Heinz-Christian Strache unzählige Fotos der Hochzeitsfeier von Karin Kneissl samt Stargast Wladimir Putin auf Facebook gepostet hatte, teilte er gestern auch eifrig aus.

Der blaue Vizekanzler versteht die internationale Verwunderung über den tiefen Knicks seiner Außenministerin – vor Putin – nicht. Das sei „Ausdruck guten Benehmens“, bemüht Strache Thomas Schäfer-Elmayer und dessen Tanztipps. „Manche Journalisten sollten einmal den Knigge lesen. Dass die 68er-Generation mit den Themen ‚Erziehung und gutes Benehmen‘ oftmals auf Kriegsfuß stand, ist augenscheinlich.“

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Parlamentarische Anfragen: Opposition fragt jetzt nach den Kosten

 SPÖ, Liste Pilz und Neos wollen von Außenministerin Karin Kneissl nun per parlamentarischer Anfrage erfahren, wie es konkret zur Einladung von Wladimir Putin kam. Ob auch „andere Staatsoberhäupter zu der privaten Feier“ eingeladen wurden.

Und: Wie viel Personal aus dem Außenministerium für diesen Besuch abgestellt worden sei.

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Finanzieller Aspekt im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt der Anfragen stehen freilich die Kosten dieses privaten Besuchs, der zum „Arbeitsbesuch“ deklariert wurde:

„Wie hoch war der finanzielle Aufwand für Sicherheitskräfte bei dieser Hochzeit“, „wie viele Einsatzstunden wurden aufgezeichnet“, „wie hoch waren die Kosten für anderes Sicherheitspersonal“ – und last, but not least: „Wer trägt all diese Kosten? Bitte um genaue Auflistung“, fragen etwa die Neos Kneissl.

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