Zukunft?

Koalitions-Flirt in Schwarz-Blau

07.10.2006

Noch vor Beginn der schwarz-roten Koalitionsverhandlungen sondieren Politiker von FPÖ und ÖVP eine mögliche gemeinsame Zukunft.

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© apa
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Die Diskussion wird seit dem Tag nach der Wahl geführt und spitzt sich immer weiter zu. Kann es eine Wiederauferstehung der schwarz-blauen Regierung unter Beteiligung der Orangen geben?

Besonders in den letzten Tagen verdichten sich Hinweise darauf, dass selbst für die Fundamental-Oppositionspartei FPÖ eine Koalition mit der ÖVP im Bereich des Möglichen liegt. Aber nur unter harten Bedingungen für die Volkspartei.

Kontakte bestehen.
Geht es nach Aussagen der FPÖ, dann bestehen bereits Kontakte zu ÖVP-Politikern, die sich eine Fortsetzung der schwarz-blauen Koalition wünschen – Politiker, die unter Umständen dafür auch eine Personaldebatte gegen Bundeskanzler Schüssel vom Zaun brechen würden. Denn das ist die Hauptbedingung der FPÖ: Schüssel muss weg, koste es was es wolle. Unter dieser Voraussetzung zeigt sich die FPÖ für Verhandlungen durchaus offen.

Die Replik aus der ÖVP-Parteizentrale lässt nicht lange auf sich warten. „Es gibt mit Sicherheit nur einen Verhandler der ÖVP und das ist Wolfgang Schüssel“, sagt ein ÖVP-Grande.

Einer neuen Koalition ginge allerdings ein Partner für die Parlamentsmehrheit ab – das BZÖ Peter Westenthalers. Eindeutige Signale Richtung FP-Vorsitzenden HC Strache sind aber abgeprallt. Mit „Polit-Hooligans“ verhandle er nicht, sagte Strache in Anspielung auf die Prügelaffaire des BZÖ-Chefs. FPÖ-intern heißt es nun, das BZÖ sei als Koalitionspartner sehr wohl möglich, wenn Westenthaler die Partei verlasse. „Wir erwarten aber nicht, dass das rechtzeitig passiert“, sagt ein ranghoher Freiheitlicher. Ähnlich argumentiert auch Alt-FP-Obmann Norbert Steger gegenüber ÖSTERREICH, der Westenthaler als einziges Hindernis für eine Wiedervereinigung von FPÖ und BZÖ sieht.

Von Oliver Tanzer/ÖSTERREICH

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