Niederösterreich

Königsberger gibt nach: Hergovich gewinnt SPÖ-Machtkampf

15.04.2026

In der SPÖ Niederösterreich ist die Entscheidung gefallen: Ulrike Königsberger-Ludwig zieht ihre Kandidatur gegen Sven Hergovich zurück und wendet damit eine Kampfabstimmung beim Parteitag ab. 

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Der Landesparteitag am Samstag, 30. Mai, um 17:00 Uhr in Vösendorf wird nun ohne ein direktes Duell um die Spitze über die Bühne gehen. Am späten Mittwoch kristallisierte sich nach intensiven parteiinternen Gesprächen heraus, dass Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig doch nicht gegen den amtierenden Landesparteivorsitzenden Sven Hergovich antreten wird. Damit endet ein tagelanger Machtkampf, der die Sozialdemokraten in Niederösterreich in Atem hielt und für tiefe Gräben innerhalb der Landespartei sorgte.

Wende nach Krisensitzung

Zuvor hatte Königsberger-Ludwig ihre Kandidatur offiziell per E-Mail angekündigt und diesen Schritt mit der "schwierigen Situation" der Partei begründet. Ihr Ziel war es nach eigenen Angaben, die SPÖ Niederösterreich wieder als konstruktive Kraft zu positionieren und ein konsensfähiges Team für die Landtagswahl 2028 aufzubauen. Hergovich zeigte sich von diesem Vorstoß überrascht und kritisierte, dass er erst aus den Medien von seiner Herausforderin erfahren habe. Er rief daraufhin eine Sitzung des erweiterten Landesparteipräsidiums ein, um die Lage zu klären.

Kritik aus den eigenen Reihen

Innerhalb der Organisation regte sich schnell Widerstand gegen die geplante Kampfabstimmung. Unter anderem bezeichnete Markus Wieser, Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich und ÖGB-Chef, die Vorgehensweise der Staatssekretärin als hinterfragenswert. Während im Hintergrund händeringend nach einem Kompromiss gesucht wurde, blieb Hergovich bei seinem Kurs und verwies auf stabile Umfragewerte sowie seine langfristigen Pläne für das Bundesland.

Fokus auf den Parteitag

Nachdem die Telefonate in den vergangenen Tagen heiß gelaufen waren, steht nun fest, dass Hergovich als einziger Kandidat in den Parteitag geht. Die Initiative von Königsberger-Ludwig endet somit mit einem Rückzug, um eine offene Konfrontation vor den Delegierten in Vösendorf zu vermeiden. Die SPÖ Niederösterreich versucht nun, nach den öffentlichen Streitigkeiten der letzten Tage wieder zur Sacharbeit zurückzukehren und Einigkeit zu demonstrieren.