Tirol-Wahl

"Liste Fritz" kandidiert doch

05.03.2013

Neuformierte Gründer Dinkhauser bleibt als Stratege an Bord.

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Nach wochenlangem innerparteilichem Ringen steht die Entscheidung fest: Die größte Oppositionspartei im Tiroler Landtag, die "Liste Fritz-Bürgerforum Tirol" wird trotz des Rückzugs ihres Gründers und Obmannes Fritz Dinkhauser bei der Landtagswahl am 28. April antreten. Spitzenkandidatin bei der Wahl ist die bisherige Klubobfrau, LAbg. Andrea Haselwanter-Schneider, erklärte Dinkhauser am Dienstag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Innsbruck.

Die 44-jährige werde gemeinsam mit dem LAbg. und Rechtsanwalt Andreas Brugger die Liste in die Wahl führen, kündigte Dinkhauser an. Er selbst werde künftig "strategisch in der Partei tätig" sein und - wenn erwünscht - politisch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zudem bleibe er Obmann der "Liste Fritz". Haselwanter-Schneider und Brugger betonten, dass man definitiv in keine Koalition mit der Tiroler ÖVP eintreten wolle, egal unter welcher Führung.

Angestrebt werde eine Koalition mit anderen im Landtag befindlichen Parteien. Anhand der vergangenen Diskussion über ein Rückübertragungsgesetz in Sachen Agrargemeinschaften habe man schließlich bereits gesehen, dass es eine Mehrheit gegen die ÖVP gebe. Eine konkretes Wahlziel wollten die neuen Frontleute nicht nennen. Der LAbg. zeigte sich jedoch optimistisch, dass man viele "Liste Fritz"-Wähler des Jahres 2008 halten werde können. Bei der Landtagswahl 2008 hatte die Dinkhauser-Bewegung bei ihrem ersten Antreten auf Anhieb 18,35 Prozent der Stimmen erreicht und war auf Platz Zwei gelandet.

"Wir wollen eine geistige und politische Revolution in diesem Lande. Tirol braucht uns und die Tiroler wollen uns", sagte Dinkhauser, der Ende Jänner aus gesundheitlichen Gründen entschied, nicht mehr zu kandidieren. Man habe in Tirol "die Wende eingeleitet", diese gelte es nun fortzusetzen, erklärte der 72-Jährige. Er sei froh, dass es ihm gelungen sei , Haselwanter-Schneider und Brugger nach einem "harten Diskussionsprozess" davon zu überzeugen, ihren ursprünglichen Beschluss nicht an die vorderste Front zu gehen, zu revidieren, sagte Dinkhauser.

"Es braucht vorne keinen Messias, es braucht Menschen. Auch ich war kein Messias", meinte der sichtlich bewegte Dinkhauser. Nach seinem politischen Rückzug habe man sich auf die Suche nach einem "Wunderwuzzi" begeben, gab der Obmann Einblick in die innerparteilichen Vorgänge der vergangenen Wochen. "Wir sind dann draufgekommen, dass wir die Wunderwuzzis in den eigenen Reihen haben", erklärte er dann des Rätsels Lösung.

Haselwanter-Schneider war Mitte Dezember 2012 nach dem völlig überraschenden Tod ihres Parteikollegen Bernhard Ernst zur Klubobfrau der "Liste Fritz" bestellt worden. Die Mutter zweier Kinder arbeitete zuvor als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Pflegewissenschaften der Privatuniversität UMIT in Hall in Tirol.


 
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