Finanzamt-Reform
Mattle tobt: Tiroler Bezirk gehört plötzlich zu Vorarlberg
12.02.2026Landeshauptmann schreibt Protestbrief an Finanzminister Marterbauer .
Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) übt Kritik an einer offenbar vom Finanzministerium geplanten Neuzuteilung der Zuständigkeiten für die Finanzamt-Standorte in Tirol. Landeck soll demnach organisatorisch dem Feldkircher Finanzamt in Vorarlberg zugeordnet werden. Dahingehend sandte Mattle laut "Tiroler Tageszeitung" (Donnerstag-Ausgabe) einen Protestbrief an Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ). Der Standort Landeck soll ebenso wie Reutte indes bestehen bleiben.
2005 waren die Dienststellen Landeck und Reutte organisatorisch zusammengeführt und standortübergreifende Teams gebildet worden. Diese Struktur soll nun offenbar aufgelöst werden. Während die Zuständigkeit für Landeck nach Vorarlberg wandern soll, soll Reutte dem Finanzamt Innsbruck zugeteilt werden. Warum dies nicht auch für Landeck so gehandhabt werde, sei "unverständlich", hieß es aus dem Büro Mattles zur APA. Der Tiroler Landeschef befürchtet zudem "seitens des Bundes eine Schwächung von peripheren Regionen" und einen "Qualitätsverlust für die Bevölkerung". Allerdings stünden die Standorte an sich aktuell "nicht zur Diskussion", hieß es.
Finanzministerium argumentiert mit Modernisierung der Finanzverwaltung
Auch das Finanzministerium teilte laut "TT" mit, dass keine Übersiedlung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorgesehen sei und es sich um keine Standortreform handle. In Landeck sind aktuell 65 Personen beschäftigt, in Reutte 35. Das Finanzministerium begründet die organisatorischen Neuzuteilungen mit einer "Modernisierung der Finanzverwaltung" und den "Grundprinzipien der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit".
FPÖ sieht "Affront"
Scharfe Kritik sowohl an den Plänen des Finanzministeriums als auch an Mattle äußerte indes die Tiroler FPÖ. Die Pläne des Finanzressorts seien ein "Affront gegenüber Tirol". "Dass Landeck künftig vom Vorarlberger Finanzamt Feldkirch aus geführt werden soll, ist nicht nur sachlich absurd, sondern politisch eine glatte Brüskierung unseres Bundeslandes", wurde Landesparteiobmann Markus Abwerzger in einer Aussendung zitiert. Bei Mattle ortete Abwerzger wiederum ein bundespolitisches Gewicht von offenbar "nur wenigen Gramm". Dieser solle sich "zum ersten Mal wirklich für Tirol einsetzen".