Gerald Grosz

Eine Regelung aus der Mottenkiste

29.03.2026

Ein Kommentar von Gerald Grosz.

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Es ist wieder so weit: Die Uhr wird verstellt – und mit ihr die Geduld der Bürger. Zweimal im Jahr stolpert Europa kollektiv über eine Regelung aus der Mottenkiste der Geschichte. Einst als Energiesparmaßnahme geboren, ist die Zeitumstellung heute nichts weiter als ein bürokratisches Relikt, das mehr Schaden als Nutzen stiftet. Schlafrhythmen geraten aus dem Takt, die Wirtschaft ächzt, und der gesunde Menschenverstand bleibt auf der Strecke.

Doch während Millionen Menschen sich fragen, warum dieser Unsinn noch existiert, liefert die Politik das gewohnte Schauspiel: große Worte, keine Taten. Seit Jahren wird diskutiert, versprochen, verschoben – und am Ende passiert: nichts. Eine Reform, die so einfach wäre, scheitert an der Trägheit eines Systems, das sich lieber in Symbolpolitik verliert, als konkrete Probleme zu lösen.

Die Zeitumstellung ist längst mehr als nur ein Ärgernis – sie ist ein Symbol. Ein Symbol für politische Ohnmacht, für Entscheidungsunwillen und für eine Institution, die selbst bei simplen Fragen kapituliert. Wenn nicht einmal die Uhr verlässlich gestellt werden kann – wie soll dann der große Wurf gelingen?