Das sagt ÖSTERREICH

Nur wer den ORF erfolgreich führt, wird Politik los

16.05.2026

Ein Kommentar von oe24-Chefredakteur Niki Fellner.  

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Die Regierung dürfte sich auf den neuen ORF-Chef geeinigt haben. Dass es nun einen Aufschrei gegen die politische Packelei rund um das ORF-Personalpaket gibt, ist verständlich. Überraschend ist das alles freilich nicht: ÖVP, SPÖ und NEOS hatten sich in ihrem Koalitionsabkommen ja bekanntlich penibel ausgemacht, wie sie sich die mächtigen Posten aufteilen.

Allem Ärger über die Politik-Einmischung zum Trotz: Mit Clemens Pig bekäme der ORF einen Medienprofi als Chef, der bei der APA bewiesen hat, dass er sowohl digitale Transformation als auch Sparmaßnahmen durchziehen kann.

Beides braucht der ORF jetzt dringend: Nach dem Image-Desaster um die Causa Weißmann muss der Staatssender komplett neu aufgestellt werden.

Die Senderstruktur gehört gestrafft (ohne „Privatangebote“ wie ORF1, Ö3 oder FM4).

Beim aufgeblähten Apparat muss eingespart werden, damit die verhasste Haushaltsabgabe in Höhe von 750 Millionen Euro deutlich reduziert werden kann.
Und schließlich muss der ORF ein Partner für die Privaten werden – mit Digital-Allianzen gegen Google, Meta und Co.

Wenn die neuen ORF-Chefs das erfolgreich schaffen, können sie vielleicht auch endlich die Politik rausdrängen. Das wäre der größte Erfolg für den ORF.