Das sagt ÖSTERREICH

Stocker 2.0 statt Buddha-Kanzler

08.02.2026

Ein Kommentar von oe24-Chefredakteur Niki Fellner. 

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Seit ihrem Start wird der Regierung (zu Recht) vorgeworfen, dass sie zu langsam und zu wenig macht, um die Stimmung im Land zu drehen. Zumindest der Kanzler dürfte sich diese Kritik zu Herzen genommen haben. Seit dem Jahreswechsel wirkt Christian Stocker wie ausgewechselt.

Mit seiner 2-1-0-Formel hat er ein plakatives Ziel ausgegeben, das er bei der Inflation im Jänner gleich einmal erreicht hat - auch wenn die Maßnahmen der Regierung nur einen kleinen Teil dazu beigetragen haben.

Stockers Glück: Die Wirtschaft springt langsam wieder an. Wenn die Politik jetzt das Tempo erhöht und beispielsweise die Lohnnebenkostensenkung vorzieht, kann der Aufschwung gelingen.

Mit der Volksbefragung zur Wehrpflicht hat der Kanzler sowohl die eigenen Koalitionspartner als auch die Opposition überrascht. In einem wahlfreien Jahr könnte die ÖVP mit diesem Thema durchaus punkten.

Und auch bei der Migration versucht Stocker mit Ansagen wie der Einschränkung der Gesundheitsversorgung für Asylwerber sein Profil zu schärfen.

Stocker 2.0 ist jedenfalls offensiver und konfrontativer als der Buddha-Kanzler des Vorjahres. Erfolg mit dieser Strategie wird er aber nur haben, wenn er seine Ankündigungen jetzt auch umsetzt. Sonst wird einmal mehr die FPÖ profitieren…