Wirtschaftskapitän

Nach dem Polit-Rückzug: Norbert Hofer über sein neues Leben

03.02.2026

Der ehemalige Bundespräsidentschaftskandidat und FPÖ-Chef Norbert Hofer hatte heute seinen ersten Auftritt außerhalb der Politik, als Manager bei einem privaten Energieunternehmen. oe24 sprach mit ihm über sein neues Leben.

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© Emerald Horizon
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Der ehemalige FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer (54) hat am Dienstag seinen ersten Auftritt als neuer Vizepräsident von Emerald Horizon in Graz gehabt. Das Unternehmen produziert Energiesysteme und präsentierte einen neuen Energiespeicher. „Dual Store Plus“ ist ein kombiniertes Speichersystem für Strom und Wärme in Container-Größe. 

Hofer: "Das macht Strom und Energie günstiger"

Der neue Vizepräsident von Emerald Horizon, Norbert Hofer, erklärt im oe24-Gespräch die Vorteile der Technologie: „Man kann Strom und auch Wärme speichern. Und man kann dann auch Strom in Wärme umwandeln, das ist das Spezielle. Die Wirtschaft braucht Wärme in vielen Bereichen und das ändert alles. Es macht Strom und Energie viel günstiger.“ 

Der Einsatz des Energiespeichers sieht Hofer zum einen in Entwicklungsländern: "Mehr als eine Milliarde Menschen haben keine zuverlässige Energieversorgung." Aber auch in Europa steigt der Energiebedarf durch Rechenzentren, KI-Nutzung und Co.: "Es muss mehr Energie geliefert werden. Wir schaffen dezentrale Kraftwerke. Und einen Energiespeicher, den man etwa auch direkt bei großen Windkraftwerken nutzen kann."

Neues Leben

Seinen Job als Vizepräsident bei Emerald Horizon hat Hofer erst diese Woche gestartet. Voller Freude fährt er jetzt von Pinkafeld nach Graz. „Mein Vater war Steirer, ich bin in der Steiermark in Vorau geboren, später im Burgenland aufgewachsen. Die Steiermark ist mein Schicksalsbundesland“, erzählt Hofer.

"Auch mein schwerer Paragleit-Unfall in Stubenberg hat die Steiermark zu meinem Schicksalsbundesland gemacht. Hier habe ich gelernt, wieder aufzustehen und weiterzumachen."

Hofer erinnert sich: "Im Wahlkampf zum Bundespräsidenten hatte ich in der Steiermark meinen ersten großen Auftritt, gemeinsam mit Mario Kunasek." Jetzt will er von Graz aus das Energie-Unternehmen groß machen, welches 50 Mitarbeiter hat und vor allem in der Forschung stark ist.

"Einer der wenigen im Landtag, der in der Privatwirtschaft arbeitet"

Nach seinem Polit-Rückzug von der Spitze des FPÖ-Landtagsklubs bleibt er weiter einfacher Abgeordneter im Burgenländischen Landtag. Hofer ist einer von 36 Abgeordneten dort, neun davon stellt die FPÖ. "Die meisten im Landtag haben einen Job, allerdings vor allem im Öffentlichen Dienst. Ich bin einer der wenigen im Landtag, der in der Privatwirtschaft arbeitet", sagt Hofer oe24.

Zur Berufspolitik sagt Hofer: „Das ist vorbei“

Für Norbert Hofer war die Pressekonferenz am Dienstag der erste öffentliche Auftritt in der Privatwirtschaft. Das Kapitel Berufspolitik sei für ihn beendet: „Das ist vorbei. Es war eine wirklich wunderbare Zeit. Ich möchte mich bedanken bei den vielen Menschen, die mich so unterstützt haben. Ich werde natürlich weiterhin ein politischer Mensch bleiben. Aber das, was wir hier machen, ist für die Gesellschaft ganz wichtig."

Ob er jemals wieder als Bundespräsident kandidieren will? "Derzeit denke ich nicht daran. Aber sag niemals nie." 

Norbert Hofer hat im Unternehmen Emerald Horizon den Bereich Infrastruktur und Kommunikation übernommen. Im Unternehmen lobt man auch seine EU-Erfahrung: "Hofer war Infrastrukturminister und leitete während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft die Sitzungen im Rat der EU als Treffen der Fachminister aus den Mitgliedsstaaten." Emerald Horizon plant auch den Gang zur Börse, ein Investor ist Ex-Nationalbank-Chef Robert Holzmann. 

„Energieversorgung entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Wohlstand“, sagt Hofer. „Ich bringe mich aus Überzeugung ein, weil hier in Österreich eine Plattform entsteht, die internationale Relevanz hat. In dieser Phase zählen Umsetzungskraft und Vertrauen.“

Wie es Hofer in seiner Karriere als Wirtschaftskapitän geht, wird sich jetzt in seinem neuen Leben nach der Politik weisen. "Es kommen noch einige spannende Projekte", sagt Hofer zu oe24. So entwickle man in Graz beispielsweise auch Mini-Nuklearkraftwerke als Stromgeneratoren. Sie basieren auf Thorium und sollen Energie dort verfügbar machen, wo sie gebraucht wird. 

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