ÖGB-Chef zu Ökosteuer:

"Die Leut‘ müssen die Marie zurückbekommen"

02.10.2021

ÖGB-Präsident Wolfang Katzian im Interview über die Steuerreform.

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© TZOE/Artner
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oe24: Erste Details der Steuerreform sind durchgesickert, reicht Ihnen das?

Wolfgang Katzian: Unsere Forderung war immer, dass die kalte Progression vollständig ausgeglichen wird. Das bedeutet, dass den Arbeitnehmern im Jahr 2022 eine Entlastung von 3,2 Milliarden Euro gebührt. Laut den Plänen, von denen wir bisher hören, sind es allerdings nur 2,6 Milliarden. Wir hätten da einige Zusatzvorschläge.

oe24: Wie soll also die volle Summe erreicht werden?

Katzian: Drei Vorschläge: Man sollte den Pensionisten-Absetzbetrag sowie den Sozialversicherungsbonus um 100 Euro anheben. Dazu auch den Mehrkind-Zuschlag auf 500 Euro. Das würde jenen helfen, die es brauchen. Zudem sollte man Dinge endlich valorisieren wie die Werbungskostenpauschale oder die Taggelder. Geschieht das alles, wäre die Kalte Progression ausgeglichen.

oe24: Es soll ja auch eine Ökosteuer mit einem Tonnenpreis für CO2 von 35 Euro kommen – mit einem Ökobonus sollen dann die Mehrkosten zurückverteilt werden. Okay für Sie?

Katzian: Uns ist wichtig, dass die Leute die Marie wieder zurückbekommen. Dass die Pendlerinnen und Pendler und hier vor allem jene, die eben nicht auf Öffis umsteigen können, besonders berücksichtigt werden müssen, ist klar. Ich höre aber auch, dass einiges noch offen ist. Ich bin gespannt, ob man bis zur Budgetrede am 13. Oktober wirklich mit allem fertig ist oder ob da nachverhandelt werden muss. 

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