"Harte Asylpolitik"
Österreich schiebt ersten Syrer seit 15 Jahren ab
03.07.2025Das Innenministerium hat Donnerstagvormittag die Abschiebung eines syrischen Straftäters in sein Heimatland durchgeführt.
Damit wurde zum ersten Mal seit 15 Jahren eine Abschiebung nach Syrien vollzogen, hieß es aus dem Innenministerium. Vergangene Woche war diese noch wegen des geschlossenen Luftraums über dem Land in Folge der Eskalation des Nahost-Konflikts abgeblasen worden.
"Die heute durchgeführte Abschiebung ist Teil einer harten und damit gerechten Asylpolitik", betonte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Man werde den Weg, verurteilte Straftäter außer Landes zu bringen, auch im Fall von Syrien "mit harter Arbeit und Nachdruck fortsetzen", erklärte Karner.
Karner legte Basis mit Besuch in Syrien
Dass Österreich mit Abschiebungen ernst machen will, hatte sich schon länger abgezeichnet. Gemeinsam mit seiner damaligen deutschen Amtskollegin Nancy Faeser hatte Karner Ende April Syrien besucht und dort das Gespräch mit den neuen Machthabern gesucht und "konkrete Umsetzungsschritte" vereinbart, was die Rückkehr und Abschiebungen betrifft, wie Karner danach erklärt hatte.
Österreich erstes Land mit offizieller Abschiebung nach Syrien
Abschiebungen aus der EU nach Syrien sind aktuell absolut unüblich. Zwar legt eine Eurostat-Statistik nahe, dass einige Dutzend Menschen etwa aus Rumänien und Ungarn während der vergangenen Monate in das Land überstellt wurden. Ob diese Außerlandesbringungen aber tatsächlich stattgefunden haben, ist unklar. Laut Innenministerium ist Österreich das erste europäische Land, das in den vergangenen Jahren offiziell einen syrischen Straftäter direkt nach Syrien abschieben konnte. Seit dem Fall des Assad-Regimes sind Angaben des Innenministeriums zufolge 350 Syrer freiwillig in ihr Heimatland zurückgekehrt. Zum Vergleich: 2023 und 2024 gab es gesamt 200 Ausreisen von Syrern.