"Personelle Konsequenzen"

ORF: FPK-Stiftungsrat wollte intervenieren

31.01.2011

Neuschitzer störte sich an aktuellen Berichten des ORF-Landesstudios Kärnten.

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Der Kärntner Vertreter im ORF-Stiftungsrat, Siggi Neuschitzer, stößt sich an aktuellen Berichten des ORF-Landesstudios Kärnten und hat in einem erregten E-Mail bei den Verantwortlichen im ORF interveniert sowie nach personellen "Konsequenzen" gefragt. Von Seiten des BZÖ handelte er sich damit umgehend Zensur-Vorwürfe ein. Neuschitzer selbst hielt fest, er habe als Mitglied des obersten Aufsichtsgremiums das "Recht, zu hinterfragen".

Stein des Anstoßes: Dienstwagen von FPK-Landesrat
Der von der FPK entsandte Stiftungsrat, der Wert darauf legt, "unparteiisch und kein Parteimitglied" zu sein, stieß sich zum einen an einem Bericht in "Kärnten Heute" vom 28. Jänner. Darin sei es um Armut gegangen, doch der ORF habe auch den Dienstwagen von FPK-Landesrat Christian Ragger ins Bild gerückt. "Mir kam es vor, hier sollte die Anreise eines politischen Bonzen in den Zeiten der Armut vorgestellt werden", schimpfte Neuschitzer, der dies "medial ecklig" (sic!) findet. Andererseits kritisierte er den Beitrag über den Neujahrs-Event des Bundes-BZÖ am Sonntag in "Kärnten Heute" als zu ausführlich und daher als "schlicht und einfach eine Sauerei": "Die Präsentation des Wahlkampfauftaktes von Herrn Pucher (gemeint ist BZÖ-Obmann Josef Bucher, Anm.) und den immer wieder beleidigt hüpfenden Herrn Petzner hätte in einem Meldungsblock vollkommen gereicht."

Mail an Wrabetz, Dörfler, Martinz
Neuschitzer nannte in seinem Mail, das unter anderem an den Chefredakteur des Landesstudios Kärnten, an ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sowie an FPK-Politiker von Landeshauptmann Gerhard Dörfler abwärts und Kärntens ÖVP-Chef Josef Martinz ging, mehrere ORF-Mitarbeiter beim Namen, legte ihnen nahe, sich zu "genieren" und fragte nach "Konsequenzen" im ORF. Den Versuch der Einflussnahme auf das Programm bestritt Neuschitzer. Aber: "Ich will das gerechtfertigt haben."

Das findet man im BZÖ nicht: Dessen Mediensprecher Stefan Petzner forderte in einer Aussendung die "sofortige Abberufung" des Stiftungsrats-Mitglieds.

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