Riesen-Skandal um FPÖ-Video

ORF-Wolf mit Rassismus-Vorwürfen gegen FPÖ

13.11.2018

Mit einem Video voll mit Vorurteilen und rassistischen Stereotypen will die FPÖ für die neue E-Card mit Foto werben und erntet einen Mega-Shitstorm.

Zur Vollversion des Artikels

This browser does not support the video element.

Zur Vollversion des Artikels

Während FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache gemeinsam mit VP-Kanzler Sebastian Kurz vor die Presse trat und ein Bekenntnis gegen Hass im Netz abgab, sorgte ausgerechnet seine eigene Partei mit einem Video für einen riesigen Skandal auf Facebook.

"Ali geht heute zum Zahnarzt, um seine Zähne auf Vordermann zu bringen. Aber HALT - Ali hat eine E-Card von Mustafa. Denn Ali ist im Gegensatz zu seinem Cousin nicht versichert", so beginnt das Video der FPÖ. In dem Cartoon geht ein Moslem in eine Arztpraxis und wird dort aber am Empfang abgelehnt, da laut FPÖ-Drehbuch "Ali" versucht mit "Mustafas" E-Card, die Kosten zu decken.

"Pech gehabt, Ali"

 "Pech gehabt, Ali. Es heißt nun: Sozialmissbrauch ade", lautet der Kommentar der FPÖ in dem Video, um für die neue E-Card mit Foto und gegen Sozialbetrug zu werben.

Das fragwürdige Posting der Freiheitlichen

 

 

Mega-Shitstorm

Allerdings geht der Schuss nach hinten los, denn im Netz breitet sich ein Shitstorm aus. "Peinlicher geht es kaum ... Alter Schwede. Seid froh, dass die Alis hier leben, sonst hättet ihr nicht einmal Straßen zum Gehen", schreibt ein User darunter. "Eine Rassistenpartei regiert in Österreich. Weit haben wir's gebracht", schreibt ein anderer.

Das Video ist auch für ORF-Anchorman Armin Wolf ein Skandal. Er wirft den Freiheitlichen offener Rassismus vor. "Gegen offene Ausländerfeindlichkeit und Rassismus im Netz scheinen Klarnamen ja eher wenig zu helfen", so Wolf auf Twitter.
 

NEOS brachten Anzeige ein

"Gut, dass die FPÖ und Ministerin Hartinger-Klein aus Anlass zum Gipfel gegen 'Hass im Netz' gleich Anschauungsbeispiele liefern", meinten etwa die NEOS. Sie brachten übrigens auch gleich eine Anzeige gegen die Regierungspartei nach § 283 StGB wegen Verhetzung ein.

 

FPÖ nahm E-Card-Video ganz vom Netz

Am Abend hat die FPÖ das viel kritisierte Video zum Thema E-Card ganz vom Netz genommen. Nachdem es am zuvor bereits von der FPÖ-Facebookseite entfernt worden war, verschwand es später auch vom Youtube-Channel von "FPÖ-TV". FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker erklärte dazu gegenüber der APA, das Video sei online gegangen, ohne dass er es zuvor gesehen habe.
 
Die Partei habe mit dem Video darauf hinweisen wollen, "wo Sozialmissbrauch stattfindet", sagte Hafenecker zur APA. Und es sei "Fakt", dass nicht primär Inländer, sondern "Zuwanderer und Ausländer unser Sozialsystem missbrauchen". Es gebe "eine Reihe von Zahlen, die zeigen, dass das Problem evident ist", betonte er. Und es sei ja auch der Grund dafür gewesen, ein Foto auf der E-Card einzuführen, um eben diesen Missbrauch abzustellen.
 
Zum Video sagte Hafenecker, dieses sei "durch ein Kommunikationsproblem online gegangen, ohne dass ich es vorher gesehen habe". "Ich hätte das so nicht online gestellt." Nachdem er von dem Kurz-Film Kenntnis erlangt habe, sei der Clip wieder vom Netz genommen worden, da er der Meinung sei, "dass man es anders hätte dastellen können". "Wo viele Leute werken, passieren halt manchmal Fehler", so der Generalsekretär.
 
Gleichzeitig betonte der FPÖ-Generalsekretär, dass die Debatte um das Video "nicht vom Kern des Problem ablenken" sollte, nämlich dem Sozialmissbrauch.
 
Zur Vollversion des Artikels