Nach Kollross-Eklat

Antisexismus-Schulungen für SPÖ-Funktionäre

09.01.2024

In der SPÖ werden laut Eva-Maria Holzleitner künftig Antiseximus-Schulungen für Funktionäre etabliert. 

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© APA/ROLAND SCHLAGER
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Eine neue Studie des IBE (Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung, die im Auftrag der AK durchgeführt wurde, kommt zu dem Schluss, dass Frauenfeindlichkeit für viele noch immer zum Berufsalltag gehört. SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner will dies ändern und kündigte per Aussendung unter anderem Antidiskriminierungs- und Antisexismus-Schulungen für SPÖ-Funktionäre an, um auch als Vorbild für andere voranzugehen.

„Null Toleranz bei Sexismus“, so Holzleitner. Die SPÖ-Politikerin verwies auf ein Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation über Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt. „Österreich hat dieses Übereinkommen, das Staaten dazu verpflichtet, gesetzliche Maßnahmen zu ergreifen, um Gewalt und Übergriffe am Arbeitsplatz zu verhindern, noch immer nicht ratifiziert“, erklärte Holzleitner. 

Daher werde man auch - angelehnt an Vorbildern in internationalen Unternehmen - Antidiskriminierungs- und Antisexismus-Schulungen für Funktionäre etablieren. Zudem werde eine Antidiskriminierungsstelle für Betroffene eingerichtet. 

Fall Kollross nicht erwähnt

Andreas Kollross wurde von Holzleitner jedoch nicht erwähnt. Der SPÖ-Nationalrat und Bürgermeister von Trumau (NÖ) "scherzte" auf Facebook über Vergewaltigungen und sorgte für eine Welle der Empörung. Kurze Zeit später war das Posting gelöscht. 

„Weil gerade Braveheart läuft eine kurze Frage“, schrieb der Nationalrat via Facebook vor rund zwei Wochen. „Kann man eigentlich mittels Gemeinderatsbeschluss so ein Ius primae noctis für den Bürgermeister beschließen lassen? Frage mir aus Interesse. Keinerlei Eigeninteresse natürlich.“ Darunter erklärte Kollross noch, dass es sich um „einen Joke auf Basis kurzfristiger Langeweile“ handle. 

Ius primae noctis bedeutet so viel wie "Das Recht der ersten Nacht". In dem besagten Film hat der Sheriff dieses Recht, wonach er nach der Heirat zweier Personen, die erste Nacht mit der Frau verbringen darf. Für den "Witz" erhielt Kollross einen Shitstorm. Zurückgetreten ist er aber nicht.  

Holzleitner: Klare Regeln werden erarbeitet

„Auch eine Partei ist eine Art Arbeitsstätte, egal ob im Ehren-oder Hauptamt. Es muss klar sein, dass sexistisches und diskriminierendes Verhalten in der SPÖ nicht geduldet wird. Wer dagegen verstößt, muss mit Konsequenzen rechnen - ob das Schulungen, verpflichtende Beratungen oder Parteiausschlüsse sind. Dafür wollen wir uns klare Regeln erarbeiten, die dann für alle bindend sind“, so Holzleitner abschließend.

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