Parteien
Kickl erster in Kanzlerfrage: FPÖ-Chef ist plötzlich Zugpferd
25.04.2026Die Stärke der FPÖ ist die Schwäche der anderen Parteien. Aber eben nicht nur: Parteichef Herbert Kickl hat inzwischen viel bessere Umfragewerte als seine Partei.
Herbert Kickl schaut einem nicht eben oft aus dem Fernseher entgegen. Der gebürtige Kärntner gilt nicht als besonders leutselig, Interviews gibt der FPÖ-Obmann eher selten - zuletzt war das beim 70. Geburtstag seiner Partei der Fall. Im Parlament lässt er lieber seine Generäle ran - und die Reden, die der Chef-FPÖler vom Stapel lässt, sind zwar durch allerlei Verbalinjurien immer aufsehenerregend - aber eben nicht allzu häufig. Zuletzt zog Kickl bei der Aschermittwoch-Rede in Ried (OÖ) vom Leder, kommende Woche ergreift Kickl am Urfahraner Markt das Wort.
Und doch hat sich Kickl zu einem richtigen Zugpferd für seine Partei gemausert, wie die brandaktuelle Kanzlerfrage der Lazarsfeld Gesellschaft für oe24 zeigt (2.000 Befragte 13. bis 21. 4., max. Schwankung 2.2 %). Mit 34 % bei den Rohdaten erreicht der Kärntner einen Höchststand. Das heißt, mehr als ein Drittel der Wählerinnen und Wähler würden Kickl auf jenen Kanzlersessel hieven, den er Anfang 2025 noch ausgeschlagen hatte, weil die ÖVP ihm nicht das Innenministerium geben wollte.
Rechnet man dies hoch - und Lazarsfeld hat das im Stile der wöchentlichen Sonntagsfrage getan - dann käme Kickl bei der fiktiven Kanzlerwahl sogar auf 45 %. Zum Vergleich: Bei der Hochrechnung zur Sonntagsfrage kommen die Blauen derzeit auf 37 %, Kickl liegt also als einziger Parteichef deutlich über den Wert seiner Partei, alle anderen ziehen diese eher nach unten.
Aktuell würden nur 14 % Amtsinhaber Christian Stocker und gar nur 7 % SPÖ-Chef Babler ins Kanzleramt wählen.
Das ist die aktuelle Sonntagsfrage
Und die Parteien? Die FPÖ liegt aktuell eben bei 37 %, einen Punkt weniger als noch vor einer Woche, die ÖVP erholt sich ein bisschen auf 21 %. Nachlassen müssen auch die Grünen (10 %) - SPÖ und NEOS stagnieren bei 18 bzw. 7 %.
Ampel verfehlt Mehrheit
Mit einer Mehrheit für die amtierende Ampelkoalition schaut es duster aus: Nur 90 Mandate bringen ÖVP, SPÖ und NEOS mit so einem Wahlergebnis auf die Waage - zum Regieren bräuchte man mindestens 92, derzeit hat die Ampel sogar 110 Sitze.