Nach Polit-Rückzug

Neuer Job: Ex-ÖVP-Politikerin Sachslehner ist jetzt Chefredakteurin

20.01.2026

Nach ihrem Rückzug aus der Politik wechselt Ex-ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner (31) ins Mediengeschäft.  

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© APA/TOBIAS STEINMAURER
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Konkret steht sie ab sofort gemeinsam mit Herausgeberin Eva Schütz an der Spitze der "Exxpress"-Redaktion. Beim umstrittenen Online-Boulevardmedium verantwortet sie ab 2. Februar zudem ein neues Videoformat namens "Unbequem ehrlich", das laut Sachslehner "Diskussionen anstoßen" soll.

Sachslehner bringe "langjährige mediale und publizistische Erfahrung mit und steht für klare Worte sowie eine pointierte Kommentierung aktueller gesellschaftlicher Debatten", hieß es in einer Aussendung. Sachslehner folgt gewissermaßen auf den Boulevardjournalisten Richard Schmitt, der bereits Anfang 2024 "Exxpress" verlassen hat. Schütz übernahm daraufhin gemeinsam mit Schmitts Stellvertretern dessen Agenden.

Türkise Rechtsaußenlinie

Sachslehner startete ihre politische Karriere bei der Jungen Volkspartei, wo sie auch mehrere Jahre als Generalsekretärin tätig war. Von 2020 bis 2025 betätigte sie sich im Wiener Landtag bzw. Gemeinderat und agierte parallel für weniger als ein Jahr als ÖVP-Generalsekretärin. Sie galt als Vertreterin einer türkisen Rechtsaußenlinie. Die Wienerin trat als Generalsekretärin zurück, nachdem sie einen Koalitionskrach um den Klimabonus für Asylwerber derart eskalieren hatte lassen, dass sie zurückgepfiffen wurde. Sie war dafür eingetreten, den Klimabonus nicht an Asylwerber auszahlen zu lassen. Generell hatte Sachslehner im Bereich der Asylpolitik, aber auch in justiz- und frauenpolitischen Fragen immer wieder Stimmung gegen den damaligen grünen Koalitionspartner gemacht. Bemühungen Sachslehners, erneut in den Wiener Gemeinderat und auch das Parlament einzuziehen, scheiterten.

Bei "Exxpress" liege nun ein Schwerpunkt drauf, den Ausbau der Präsenz im Videobereich voranzutreiben, hieß es. Mit "Unbequem ehrlich" erhält Sachslehner ein eigenes Videoformat, das ab 2. Februar ausgestrahlt werden soll. "Darin werden aktuelle politische und gesellschaftliche Themen direkt und ohne Tabus analysiert und kommentiert", so die Ankündigung in der Aussendung. "Der 'Exxpress' steht für klare Werte, journalistischen Mut und hohe Reichweite", meinte Sachslehner.

Das Online-Boulevardmedium gehört mittlerweile zu rund 77 Prozent dem deutschen Unternehmen Vius. Dieses steckt auch hinter dem rechtspopulistischen Onlinemedium "Nius" von Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt.
 

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