Politik

Pendlerpauschale: Wer das meiste Geld bekommt

15.05.2026

Die größte Anteil des Pendlerpauschales geht nach Niederösterreich. Sieht man sich die Einkommen an, so profitieren eher die besser Gestellten. 

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Kritik an der ökologisch fragwürdigen Wirkung des Pendlerpauschales gibt es schon lange - doch bisher sind alle Spar- bzw. Reformbemühungen gescheitert, vor allem die ÖVP will wichtige Wählergruppen nicht vergraulen. Finanzminister Markus Marterbauer hat jetzt in einer Anfragebeantwortung an die grüne Verkehrssprecherin Elisabeth Götze alle Details des Pendlerpauschales offengelegt - und da sieht man sehr gut, wer davon am meisten profitiert.

  • 1,5 Milliarden Euro. In Österreich werden fast 1,5 Milliarden Euro im Jahr steuerlich geltend gemacht, der Großteil davon für Autopendlerinnen und -pendler.
  • NÖ führt. In Niederösterreich ist man besonders oft von langen Pendelwegen betroffen und vom Auto abhängig. Im Jahresvergleich entfallen 2025 fast 29 % des gesamten Pendlerpauschales auf Niederösterreich, danach folgen OÖ (19,4 %) und die Steiermark (15,2 %). Genau diese Bundesländer leisten auch den größten Widerstand gegen eine Reform.
  • Besserverdiener. Der Anteil der Verdiener mit sechsstelligen Einkommen ist 2025 beim Pendlerpauschale um fast die Hälfte angestiegen. Konkret geht knapp die Hälfte der Steuerrückzahlungen im Zuge des großen Pendlerpauschales an Einkommen über 50.000 Euro/Jahr

© Parlamentsdirektion/​Johannes Zinner

Für die Grünen zählt das Pendlerpauschale weiter zu den größten klimaschädlichen Subventionen im Verkehrsbereich, auch wenn viele Menschen aufgrund fehlender Alternativen derzeit darauf angewiesen sind. Götze: „Die Zahlen zeigen klar: Gerade in Niederösterreich brauchen die Menschen endlich echte Alternativen zum Auto. Aber statt Öffis auszubauen und das Klimaticket leistbar zu halten, verteuern Bundes- und Landesregierungen die Klimatickets, verschlechtern das Busangebot und lassen viele Pendler:innen mit schlechten Verbindungen zurück.“