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Rückgang beim Klimaticket: Gewessler ist empört

15.02.2026

Die im Vorjahr erfolgte Preissteigerung beim Klimaticket hat sich wenig überraschend in den Absatzzahlen der Öffi-Netzkarte niedergeschlagen. 

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© BMK/Cajetan Perwein
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Wie aus einer Anfragebeantwortung von Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) an die Grünen hervorgeht, sank die Zahl der aktiven österreichweit gültigen Tickets im Zeitraum Ende 2024 bis Ende November 2025 um rund zwei Prozent, während es im Jahr zuvor noch einen Zuwachs um 22 Prozent gegeben hatte.

Das österreichische Klimaticket war mit 1. Jänner sowie 1. August 2025 verteuert worden, der Preis stieg von 1.095 auf 1.179,30 und dann 1.300 Euro. Begründet wurde dies mit der Budgetknappheit des Bundes und der starken Teuerung. Mit Jahresbeginn 2026 gab es eine weitere Steigerung auf nunmehr 1.400 Euro pro Jahr - was in den von Hanke genannten Verkaufszahlen noch gar nicht berücksichtigt ist.

Behalterate laut Ministerium konstant

Insgesamt ist der Preis des Tickets seit 2021 um 27,9 Prozent gestiegen. Dennoch sei im Vorjahr, dem Jahr der ersten Erhöhungen, die Behalterate ziemlich konstant geblieben, die Zahl der Verkäufe an Neukunden sei hingegen leicht zurückgegangen, so das Ministerium. In absoluten Zahlen gab es Ende 2023 exakt 266.162 aktive österreichweite Klimatickets, Ende 2024 dann 326.315. Bis Ende November 2025 sank die Zahl auf 319.792.

Grünen-Chefin Leonore Gewessler - sie hat das Ticket als Ministerin ja eingeführt - ist empört: „Wer jeden Tag mit den Öffis in die Arbeit fährt, muss fürs Klimaticket draufzahlen. Aber wer Milliarden erbt und mit dem Privatjet um die Welt düst, leistet keinen fairen Beitrag. Das ist einfach ungerecht.“ Dabei tragen ausgerechnet die Vermögendsten am meisten zur Klimakrise bei: Die reichsten zehn Prozent der Haushalte verursachen rund 56 % der konsumbasierten Emissionen in Österreich. Sie stoßen 12- bis 16-mal so viel CO₂ aus wie die unteren 50 %, durch ihren Konsum, klimaschädliche Investitionen etwa in Öl- und Gaskonzerne und besonders intensive Mobilität."