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Umfrage: Dämpfer für Stocker, Ampel verliert Mehrheit wieder

13.02.2026

Es war nur ein kurzer Höhenflug - nach der viel beachteten Kanzlerrede von Christian Stocker sackt die ÖVP wieder ab. Zudem hätte die Ampel derzeit keine Mehrheit im Nationalrat. Dafür könnte es die KPÖ wieder ins Parlament schaffen.

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© NICOLAS TUCAT / AFP
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Es sieht doch eher nach Strohfeuer aus. Nachdem die ÖVP nach der Neujahrsrede von Kanzler Christian Stocker letzte Woche einen ordentlichen Sprung nach oben gemacht hatte, holt die aktuelle Lazarsfeld-Umfrage für oe24 (2.000 Befragte vom 2. bis 11. 2.) die Kanzlerpartei wieder auf den harten Boden der Realität zurück. Und nicht nur das: Auch die NEOS rutschen weiter ab. Dafür könnte die KPÖ ein spektakuläres Comeback schaffen.

Das ist die aktuelle Sonntagsfrage

 

FPÖ legt wieder zu. Die FPÖ kann ihre leichte Schwächephase - wenn man überhaupt von einer reden kann - hinter sich lassen. Mit 36 % (+1) bauen die Blauen ihren Vorsprung jetzt wieder aus. Wäre also am kommenden Sonntag eine Nationalratswahl - die FPÖ wäre die sichere Nr. 1.

Davon können Stocker und seine ÖVP nur träumen: In der aktuellen Sonntagsfrage hat die ÖVP wieder ein Minus vor dem Ergebnis stehen: 21 % bedeutet drei Prozentpunkte weniger nach dem Kanzler-Rede-Boost. Kein Wunder, droht doch Stocker mit seiner Forderung nach einer Heeres-Volksbefragung an seinen Koalitionspartnern zu scheitern.

Stockers Ampel-Kollege Andreas Babler kann mit seiner SPÖ zwar zulegen und kommt jetzt auf 19 % - Erfolgsrun ist das aber auch keiner. Dazu kommt, dass auch die NEOS verlieren, Lazarsfeld berechnet für sie einen Wert von 7 % - das liegt ebenfalls unter dem Wahlergebnis von 2024.

Kommunisten bei 5 %!

Die eigentliche Sensation dieser Umfrage wäre die KPÖ: So könnte mit 5 % und 9 Abgeordneten ins Parlament einziehen - erstmals seit den 1950er Jahren.

Ampel bei nur 89 Mandaten

Der mögliche Einzug der Kommunisten ist auch die Hauptursache, warum die Ampel-Koalition ihre Mehrheit verlieren würde. Demnach kämen ÖVP, SPÖ und NEOS zusammen auf 89 Mandate, 92 braucht es zum Regieren, die Regierung wäre also ohne Mehrheit.

Das ist die aktuelle Kanzlerfrage

 

Und auch Kickl persönlich kann sich im Aufwind wähnen: Ein Jahr nachdem er vor der Verantwortung des Kanzler-Jobs zurückgeschreckt war, kommt der FPÖ-Chef bei der fiktiven Kanzlerwahl auf 34 % (+2). Oder anders gesagt: Fast jeder dritte Österreicher und jede dritte Österreicherin will ihn direkt im Kanzleramt sehen. Im Vergleich dazu kommt der amtierende Kanzler Christian Stocker nur auf 12 %, also auf rund ein Drittel des Kickl-Wertes.