Interesse, aber keine Umsetzungspläne

Pflegende Angehörige: Wien und Kärnten ziehen vorerst nicht nach

06.02.2020

Im SPÖ-regierten Burgenland können seit einiger Zeit pflegende Angehörige beim Land angestellt werden.

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© APA/HELMUT FOHRINGER
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Wien/Klagenfurt. Das ist eine Idee, mit der auch die Bundes-SPÖ liebäugelt. In Kärnten und Wien, die ebenfalls von den Roten regiert werden, gäbe es die Möglichkeit zur Umsetzung - die Verantwortlichen reagierten auf APA-Nachfrage interessiert, aber ohne konkrete Umsetzungspläne.

"Es spricht nichts dagegen, von anderen Bundesländern zu lernen", wird zu dieser Thematik das Büro des für Pflege zuständigen Wiener Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ) in der Tageszeitung "Der Standard" (Donnerstag-Ausgabe) zitiert. Im Gespräch mit der APA konkretisierte ein Sprecher Hackers, dass das burgenländische Modell zwar auf seine Praxistauglichkeit hin geprüft werde, aber: "Wir sind weit davon entfernt, dass wir diese burgenländische Regelung in Wien fix einführen." Wenn, wäre die Anstellung pflegender Angehöriger ein "kleines zusätzliches Angebot", da es bereits sehr viele Möglichkeiten im Pflegebereich gibt - von der Hauskrankenpflege über die Heimhilfe und Alltagsbegleitung bis hin zu Tageszentren.

Das Burgenland-Konzept

Das Konzept in dem von SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mittlerweile absolut regierten Burgenland funktioniert folgendermaßen: Burgenländer, die ihre Angehörigen pflegen, können sich für 20, 30 oder 40 Stunden bei der Pflege Service Burgenland GmbH (PSB) anstellen lassen. Die pflegenden Angehörigen bekommen ein Gehalt, sind sozialversichert und haben Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Für Krankenstands- und Urlaubsvertretungen sorgt die PSB.

In Kärnten beobachtet man die Situation vorerst - aber das durchaus mit Interesse. Eine Sprecherin der zuständigen Referentin, Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner (SPÖ), nannte die Idee, pflegende Angehörige beim Land anzustellen, auf APA-Anfrage "grundsätzlich sinnvoll". Man habe das burgenländische Konzept bereits analysiert. Jetzt werde die erste Evaluation abgewartet, um zu sehen, wie das Angebot angenommen wird. Daraus könnte man dann Hochrechnungen für Kärnten machen. Außerdem prüft man in Kärnten noch offene rechtliche Fragen bezüglich der Tätigkeitsbefugnisse, Pausenzeiten, Vertretungen und Kündigungsfristen.
 

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