Mehrheit dafür

"Pille danach" ohne Mindestalter

02.11.2009

Die Mehrheit der Österreicher ist für Stöger-Initiative: "Pille danach", rezeptfrei.

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Die Österreicher begrüßen mit großer Mehrheit die Initiative von Gesundheitsminister Alois Stöger (S), die "Pille danach" rezeptfrei abgeben zu wollen. Gleich 78 Prozent sprechen in einer "Oekonsult"-Umfrage von einem mutigen und begrüßenswerten Vorstoß des Ressortchefs. Vier von fünf Österreichern erwarten, dass durch diese Maßnahme die Zahl der Abtreibungen zurückgehen wird. An mehr ungeschützten Sex durch die rezeptfreie "Pille danach" glauben die Befragten nicht.

 
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Als Ersatz für Verhütungsmittel sehen die Österreicher das Präparat ohnehin nicht. 87,5 Prozent der Befragten empfinden die "Pille danach" als "Notfallsmedikament". 78 Prozent sind der Meinung, dass die Abgabe mit einer umfassenden Informationsbroschüre verbunden sein sollte. Die Mehrheit ist dafür, dass es auch in der Apotheke eine Beratung geben soll.

Kein Mindestalter
Ein Mindestalter für die "Pille danach" halten die Österreicher nicht für nötig. 89 Prozent stimmen der These zu, dass dies sinnlos wäre, weil jede 13-Jährige eine 18-Jährige kenne, die ihr das Präparat besorgen könnte.

Dass durch die leichtere Verfügbarkeit der "Pille danach" Verhütung außer Mode kommen könnte, denken die meisten Befragten nicht. Zwei Drittel bezweifeln, dass ungeschützter Sex nun häufiger wird. Allerdings vermuten die Österreicher, dass Männer öfter nach ungeschütztem Sex fragen werden. Dass sich der "Sittenverfall" beschleunigt, meint nur gut ein Fünftel. Ebenfalls eher unwahrscheinlich für die Befragten ist, dass Aids und Geschlechtskrankheiten häufiger werden.

Grün-Wähler am meisten dafür
Parteipolitisch ergeben sich die erwartbaren Ergebnisse. Die Sympathisanten von SPÖ und Grüne befürworten mit überwältigenden Mehrheiten die rezeptfreie Zulassung, bei den Wählern von ÖVP, FPÖ und BZÖ dominiert eine ablehnende Haltung. Die stärksten Befürworter sind die Grün-Wähler (92 Prozent), am wenigsten Zustimmung kommt von Freiheitlichen (22 Prozent).

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