Thema Handy & Co
Pilnacek-Witwe will Öffentlichkeit beim U-Ausschuss ausschließen
03.05.2026Die Witwe des verstorbenen Sektionschefs will die Öffentlichkeit ausschließen lassen. Es geht unter anderem um Bunsenbrenner vs. Smartphone. Diese Woche sind auch wieder zahlreiche Ermittler am Wort.
Die Witwe des verstorbenen Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek, Caroline List, wird in der kommenden Woche im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Causa aussagen - wie viel, bleibt allerdings fraglich. Die Präsidentin des Landesgerichts für Strafsachen Graz hat nämlich den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. Vor ihr kommen mit der Causa vertraute Beamte zu Wort, darunter ein Oberstaatsanwalt und der Chef des niederösterreichischen Landeskriminalamts.
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Seit dem Tod Pilnaceks wehrt sich List gegen öffentliche Spekulationen über ihre Ehe und die einstigen Pläne ihres verstorbenen Mannes. In mehreren Fällen versuchte die Richterin auch, dies auf juristischem Weg zu unterbinden. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sie laut einem E-Mail ihres Anwalts an den U-Ausschuss versucht, die Medienöffentlichkeit ausschließen zu lassen. Sollte dem nicht stattgegeben werden, will sie Fragen zu ihrem Privatleben sowie die Berichterstattung darüber untersagen lassen.
Bunsenbrenner vs. Smartphone
List, die als letzte von vier Auskunftspersonen kommende Woche am Donnerstag befragt wird, gehört zu einer Reihe von Vertrauten Pilnaceks, die den laut einem Gutachten bestätigten Suizid des Sektionschefs bezweifeln. Die Übergabe von Pilnaceks Smartphone an ihren Anwalt ist einer der zentralen Kritikpunkte an der polizeilichen Ermittlungsarbeit. Das Smartphone soll am Tag des Leichenfunds zu dem Juristen gelangt sein, List zerstörte es später mit einem Bunsenbrenner. Spekuliert wird auch über die Anwesenheit weiterer Personen bei der Aktion.
Den Auftakt des Befragungsreigens macht am Mittwoch ein mit der Causa vertrauter Oberstaatsanwalt, dessen Befragung - wie in allen anderen Fällen - die Freiheitlichen verlangt haben. Ihm folgt ein mit der Causa befasster Chefermittler. Die Grazer Gerichtspräsidentin und ein zuständiger Chefinspektor haben sich nach dem Tod Pilnaceks mehrmals getroffen, geht aus U-Ausschuss-Akten hervor.
Landeskriminalamts-Chef geladen
Tags darauf ist die erste Auskunftsperson der damalige Vorgesetzter des Ermittlungsleiters, der Chef des niederösterreichischen Landeskriminalamts, Stefan Pfandler. Bei den Befragungen in der Woche darauf ist unter anderem der ehemalige Leiter der Mordkommission Niederösterreich als Auskunftsperson geladen.