Familie musste aus Botschaft

Plassnik kündigt 3-fachen Vater

02.03.2013

Politiker baten Ex-VP-
Ministerin um Milde. Sie lehnte ab und delogierte Familie.

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© TZ ÖSTERREICH/Fuhrich
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"Sie setzte den Mann während des kalten Winters auf die Straße“, schrieb das angesehene französische Politmagazin L’Express. Und wunderte sich über die „Unbarmherzigkeit und mangelnde Flexibilität“ von Ursula Plassnik. Österreichs Botschafterin in Paris sorgt mit einer fristlosen Entlassung eines langjährigen Mitarbeiters für Kopfschütteln in den elitären Pariser Salons.

18 Jahre lang hatte der dreifache Familienvater für die österreichische Botschaft in Paris gearbeitet. Dort bewohnte er auch eine Wohnung (50 m2) im Souterrain. Er habe private ­E-Mails während seiner Dienstzeit gelesen und habe während eines Krankenstandes an einer Autoschau teilgenommen, sei der Vorwurf, schreibt L’Express. Das heimische Außenministerium spricht von „schwerwiegenden Vergehen“.

Darüber wird nun ein Arbeitsgericht in Paris entscheiden. Dort wird Plassnik dem Richter Rede und Antwort stehen müssen.

Pariser Parteifreundin bat um Barmherzigkeit
Was in Paris aber wirklich für Unmut sorgt, ist, dass Plassnik es abgelehnt hatte, dass der Mann und seine Familie bis zum Ende des Schulsemesters in der Wohnung bleiben können. Dabei hatte sogar die Bezirksbürgermeisterin und Ex-Justizministerin Rachida Dati Österreichs Ex-Außenministerin in einem Brief darum gebeten. Doch Plassnik blieb stur. Die Kinder mussten gehen. Nach Marie-Antoinette gilt nun wieder eine Österreicherin als Frau „ohne Mitleid“ …

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