Politik-Insider

Kickl: Mit Trump-Drehbuch ins Kanzleramt

21.02.2026

Blauer Plan: Wie Kickl so stark werden will, "dass uns niemand mehr stoppen" könne.

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"Wir müssen so stark werden, dass uns niemand mehr stoppen kann", sagt Herbert Kickl und meint dabei jedes Wort ernst.

70 Jahre nach der formalen Gründung der FPÖ – davor war es die VdU – liegen die Blauen in allen Umfragen tatsächlich auf Platz eins. Und zwar nicht knapp, sondern mit gut 35 Prozent über zehn Prozentpunkte vor der ÖVP. Aus heutiger Sicht – sind sich so gut wie alle Meinungsforscher einig – sei das kaum noch zu stoppen. Also genau im Sinn Kickls. 

Kickl will Haiders Kanzlertraum realisieren 

Der einstige Redenschreiber von Jörg Haider – jenem FPÖ-Chef, der von 1986 bis 2005 (Abspaltung mit dem BZÖ) die FPÖ in hohe Lichten (27 Prozent) und wieder retour führte – will dessen „Kanzlertraum“ wahr machen. "Aber Herbert (Kickl) ist viel kompromissloser, als es Jörg (Haider) je war", sagt ein Blauer, der beide Herren gut kannte. 

Dabei benützt Kickl durchaus das alte Playbook Haiders. Neben der üblichen blauen Migrations- und Asylpolitik – die mittlerweile ohnehin von ÖVP und Co kopiert wird – will Kickl in den kommenden Monaten verstärkt auf die Sehnsucht sehr vieler Menschen nach der "guten alten Zeit" und den Frust gegen die "Eliten" setzen. 

Kickls Drehbuch: Anti-Elite und Nostalgie  

Damit hatte er bereits bei seiner Aschermittwochrede in Ried begonnen und das dürfte er weiter fortsetzen.

In der blauen Welt scheint man nicht mit vorgezogenen Nationalratswahlen zu rechnen. Bereit sei die Partei, die sich ohnehin in einer Art Dauer-Wahlkampf befinde, ohnehin immer für einen Wahlkampf.

Vor allem die jahrelange Teuerung und die immer rasanter fortschreitende KI (künstliche Intelligenz) dürfte Kickl konsequent in die Hände spielen. Im Unterschied zum wirtschaftsliberalen Flügel seiner Partei – etwa Arnold Schiefer – setzt Kickl dabei auf Ansagen "pro Eingriffen in den Markt" um die Preise zu senken. Dabei beobachtet der Ober-Blaue auch US-Präsident Donald Trump ganz genau, der ebenfalls mit jede Menge Nostalgie-Gefühlen – Stichwort: Make America great again – und Bashing tatsächlicher oder vermeintlicher Eliten das Weiße Haus erneut für sich erobern konnte. Mit genau diesem Mix – eine Prise Haider und jede Menge Trump – will Kickl nach der nächsten Wahl das Kanzleramt für sich erobern. Und dann die Republik nach seinen Vorstellungen umbauen.