Oder kommt Kern?
Retten just Ludwig und Doskozil jetzt Babler?
31.01.2026Eine immer größere Gruppe in der SPÖ wendet sich von Babler ab. Nominieren sie am 13. Februar Kern im SPÖ-Vorstand?
Es ist ein Vorstand dem alle Seiten in der SPÖ nervös entgegenzittern: Einerseits sind da die weniger werdenden „Bablerianer“ – Unterstützer von SPÖ-Chef Andreas Babler -, die sich im Recht wähnen und hoffen, dass kein Gegen-Kandidat bis zum SPÖ-Vorstand am 13. März aufsteht. Das ist schließlich der letztmögliche Termin – laut Statut – an dem der rote Vorstand noch einen weiteren Kandidaten für den SPÖ-Vorsitz vor dem SPÖ-Parteitag am 7. März in Wien nominieren könnte.
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Zwei Lager vor Schicksals-Vorstand
Bliebe das aus und würde der rote Vizekanzler gewählt werden, würde es statutarisch für drei Jahre keinen Parteitag mehr geben. „Dann ist er einzementiert“, warnen seine Gegner.
Sie – vor allem in den meisten Bundesländern – wiederum wünschen sich einen anderen SPÖ-Chef und Vizekanzler. Derzeit hoffen diese Kreise – von Niederösterreich bis Kärnten – freilich auf Ex-Bundeskanzler Christian Kern. Ohne ihn allerdings wirklich offensiv zu nennen. Auch nicht in den Gesprächen, die diese Kreise seit geraumer Zeit mit Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig und ÖGB-Boss Wolfgang Katzian führen.
Ludwig & Katzian bremsen ...
Die zwei Herren sind zwar ebenfalls keine Bablerianer wollen aber keine „Ho-Ruck“-Lösung, wie es ein SPÖ-Insider nennt. Sie hätten lieber zeitnah vor der nächsten Nationalratswahl eine Obmann- und Spitzenkandidat-Wechsel. „Dann kriegt man ihn nicht mehr weg“, sagen die anderen Roten. Wie auch immer.
Zwei Wochen vor dem entscheidenden SPÖ-Vorstand gehen weitere Rote auf klare Distanz zu Babler. Nachdem Burgenlands SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil schon länger nicht mehr im SPÖ-Präsidium sitzt, und sich Ludwig nach dem Rückzug von Pamela Rendi-Wagner aus dem Spitzengremium der SPÖ absentuiert hat, kandidiert nun auch Niederösterreichs SPÖ-Landeschef Sven Hergovich nicht mehr für das SPÖ-Präsidium. Damit zeigen die mitgliederstärksten Landesgruppen Babler bereits die kalte Schulter.
Aber sagt irgendwer Babler es ins Gesicht? Im letzten Landesvorstand der Roten in Niederösterreich dürfte die Kritik unüberhörbar gewesen sein.
Babler selbst dürfte sich auf Wien und die Gewerkschaft verlassen und geht davon aus, dass kein Gegenkandidat aufstehen werde.
Babler-Kritiker beraten Strategie
Sollte die überwiegende Mehrheit freilich Christian Kern wirklich vorschlagen, könnte sich das Blatt schlagartig drehen. Denn der Ex-SPÖ-Chef würde dann wohl nicht neun sagen.“ Derzeit scheitert der Wechsel an Ludwig, sagen mehrere Babler-Kritiker.
Dass Kern ohne klare öffentliche Aufforderung plötzlich beim Parteivorstand erscheinen und sich quasi selbst anbieten könnte, gilt als an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unmöglich. Derzeit beraten die Babler-Gegner – sie sagen, dass der „Freie Fall der SPÖ mit ihm weitergehen wird“ – noch wie sie vorgehen sollen bis zum 13. Februar. Dass Babler freiwillig zurückziehe, gelte als ausgeschlossen.
Langjährige SPÖ-Kenner gehen davon aus, dass „Babler der einzige Kandidat beim SPÖ-Parteitag bleibt und dann ein richtig schlechtes Ergebnis kriegen“ werde. Ein Bundesländer-Roter meint: „Das wäre für alle schlecht. Vielleicht einigen sich die zwei Lager doch auf einen gemeinsamen Kandidaten statt Babler“. Das halten die meisten Roten für Unwahrscheinlich und verweisen auf eine Ironie der Geschichte: Derzeit seien – aus unterschiedlichen Gründen – die alten roten Gegenspieler Doskozil und Ludwig beide für den Verbleib von Babler an der SPÖ-Spitze. Na dann.