Bundesheer
Eurofighter-Nachfolger um 10 Milliarden: Das sind die Kandidaten
26.03.2026Das Bundesheer drängt auf eine Entscheidung für die Nachfolge der Eurofighter. Das soll rund 10 Milliarden Euro kosten.
Die Nachfolge der Eurofighter muss jetzt entschieden werden, das Bundesheer macht Druck, damit im derzeit aktuell verhandelten Doppelbudget dafür grünes Licht gegeben wird. Die schlechte Nachricht: Das wird teuer. Der Rüstungschef des Bundesheeres, Harald Vodosek, geht von Kosten von sage und schreibe 10 Milliarden Euro aus, das Heer benötige 36 Überschalljets. Der Stückpreis liege demnach bei etwas mehr als 200 Millionen Euro, dazu kommen Kosten für die Infrastruktur.
Die gute Nachricht: Zahlbar wird das Ganze erst bei Lieferung, das Heer strebt einen Start der neuen Jets 2033 an - da die Eurofighter bis 2037 fliegen können, gäbe es in diesem Fall auch keine Sicherheitslücke.
Doch welche Jets sind dafür überhaupt auf dem Markt? oe24 listet die Kandidaten auf:
+ Eurofighter Tranche 5: Österreich könnte beim bewährten Muster bleiben - von der Tranche 1 könnte man auf Tranche 5 wechseln, Infrastruktur und Pilotenausbildung blieben gleich, die Kooperation mit Deutschland intakt. Nachteile: Der Eurofighter bleibt auch in neueren Versionen im Betrieb teurer als ein einstrahliger Jet.
+ Saab JAS 39 Gripen (E/F oder C/D). Auch die Schweden haben ihren Bestseller nachgerüstet - er wurde speziell für kleinere Luftstreitkräfte mit Fokus auf niedrige Betriebskosten und einfache Wartung entwickelt. Der Gripen ist 2002 dem Eurofighter nur knapp unterlegen und gilt wieder als heißer Kandidat.
+ F-35. Der US-Tarnkappenjet ist momentan der „Exportschlager“ - allerdings beginnen einige europäische Länder wieder auszusteigen, weil die Kooperation mit den USA angesichts des Kurses der Trump-Regierung wackelt. Technologisch führend durch Stealth-Eigenschaften und extrem fortschrittliche Sensorik. Aber: Sehr hohe Anschaffungs- und Betriebskosten sowie eine Komplexität, die die bisherige österreichische Doktrin der reinen Luftraumüberwachung übersteigen könnte.
+ F-16: Das würde wohl die F-16 von Lockheed Martin besser passen, hier gilt aber auch das, was für die F-35 gilt.
+ Rafale: Der französische Jet gilt als der direkte europäische Rivale des Eurofighters. In der aktuellen Evaluierung der österreichischen Luftstreitkräfte wird sie offiziell als eine der vier Hauptoptionen geführt (neben Eurofighter Tranche 5, F-35 und Gripen E). Sie ist ein „Omnirole“-Jet, der Luftkampf, Aufklärung und Bodenangriff perfekt beherrscht. Im Vergleich zum Eurofighter gilt sie oft als wartungsfreundlicher und in der Anschaffung (je nach Paket) teils etwas günstiger, da Frankreich das gesamte System (Zelle, Triebwerke, Radar) aus einer Hand anbietet.
+ Der Exote: KF-21 aus Asien. Südkorea verfolgt eine sehr aggressive Exportstrategie. Die KF-21 Boramae ist eines der modernsten Projekte weltweit. Es ist ein „4.5-Generation“-Jet mit Stealth-Design. Sie ist derzeit das einzige Flugzeug, das leistungsmäßig den Eurofighter voll ersetzen könnte, ohne die extremen Kosten oder politischen Abhängigkeiten einer F-35 mitzubringen.