Regierung
Inlandsflüge verboten? Wie Hanke jetzt wirklich auf Dienstreisen geht
20.02.2026Die Grünen haben Verkehrsminister Peter Hanke im Visier, weil der nicht nur das ministeriumsinterne Inlandsflug-Verbot aufgeweicht hat - sondern auch vielfach den Dienstwagen der Bundesbahn vorzieht.
Leonore Gewessler hat als Ministerin in ihrem Ministerium ganz andere Saiten aufgezogen, was Dienstreisen betrifft. Die Grüne schaffte ihren Dienstwagen ab, fuhr meistens Bahn und flog nur in Ausnahmefällen (etwa nach Dubai zur Klimakonferenz). Inlandsflüge waren im Verkehrsministerium unter Gewessler ausnahmslos verboten.
Nun, unter SPÖ-Minister Peter Hanke ticken die Uhren im Bundesamtsgebäude in der Wiener Radetzkystraße doch deutlich anders. Wie oe24 aufdeckte, wurde beispielsweise das Inlandsflugverbot deutlich aufgeweicht. Begleitet ein Beamter den Minister, darf innerhalb Österreichs schon mal abgehoben werden. Was Grünen-Verkehrssprecherin Elisabeth Götze zu einer parlamentarischen Anfrage mit dem Titel „Saus und Braus“ veranlasste.
Nun, tatsächlich ist bei Hanke von der Gewessler'schen Enthaltsamkeit wenig zu spüren. Zwar gibt der Minister in seiner Anfragebeantwortung nur einen Inlandsflug (nach Innsbruck) unter Begleitung von zwei Mitarbeitern um schlappe 1.475,93 Euro zu. Den AUA-Jet habe er “auf Grund der dichten Terminlage am Tag davor und am Folgetag" nehmen müssen.
Ansonsten setzt der SPÖ-Mann eher auf Auto denn auf die Bahn: Zwar sei er vier Mal dienstlich mit Öffis unterwegs gewesen, gleich 14 Mal stieg der Minister reisemäßig in den Dienstwagen. Mit der Bahn fahren dann eher seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die stiegen fünf Mal in die Bahn.
Zur Tunneleröffnung mit dem Auto
Für Wirbel hatte zuletzt auch gesorgt, dass Hanke zur Eröffnung des Koralmtunnels mit dem Auto angereist ist. Er begründet das so: "So reisten auch zur Eröffnung des Koralmtunnels zwei Mitarbeiter meines Kabinetts mit dem Zug an. Aufgrund eines Folgetermins musste ich jedoch mit dem Dienstwagen anreisen."
Die Grüne Elisabeth Götze hat dafür überhaupt kein Verständnis: “Wenn ausgerechnet ein Ministerium, das Verantwortung für Mobilität und Klimaschutz trägt, bei der umweltfreundlichen Mobilität auf die Bremse tritt, verspielt es Vertrauen. Wer die Mobilitätswende predigt, muss sie auch leben. Alles andere untergräbt die Glaubwürdigkeit und beschädigt die Vorbildwirkung, die gerade in diesem Ressort unverzichtbar ist."