Regierung

Kein "Wietz": Schumann startet Hilfe nach Langzeit-Krankenstände

12.02.2026

Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) hat einen Plan, wie man Menschen nach langen Krankenständen besser wieder zurück ins Berufsleben bringt.

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Der Name der Initiative - WIETZ bedeutet "Wiedereingliederungsteilzeit" - verleitet natürlich zu allerlei "Wietzchen". Doch die Initiative, die Sozialministerin Korinna Schumann am Donnerstag gestartet hat, ist alles andere als das: Ihr Ministerium startete jetzt eine Kampagne, um WIETZ bekannt zu machen: Die Wiedereingliederungsteilzeit ist ein arbeits- und sozialversicherungsrechtliches Modell, das es unselbständig Beschäftigten ermöglicht, nach einem längeren Krankenstand schrittweise und mit reduzierter Arbeitszeit in das Berufsleben zurückzukehren.  

Und so funktioniert WIETZ:

Nach längerem Krankenstand können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einer reduzierten Arbeitszeit wiedereinsteigen. Während der WIETZ bekommt man das anteilige Entgelt vom Arbeitgeber für die geleisteten Stunden, zusätzlich gibt es das Wiedereingliederungsgeld, das von der zuständigen Krankenkasse ausbezahlt wird.

Das Modell erfreut sich steigender Beliebtheit: Von 2020-2025 wurden bei fit2work 127.433 Personen und 7.744 Betriebe beraten. Die häufigsten Diagnosen: psychische und Verhaltensstörungen (rund 31%), Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (rund 21%), Krebserkrankungen (rund 13%).

Die Statistik Austria hat WIETZ bereits evaluiert - und das Modell scheint zu greifen: 

+ Der Großteil der Personen reduziert die Arbeitsstunden nur vorübergehend – rund 70 % arbeiten ein Jahr später wieder Vollzeit.

+ Die Arbeitslosigkeit bleibt mit 3,3 % im ersten und 3,6 % im fünften Jahr gering.

+ Der Verbleib im Erwerbsleben ist bei allen medizinischen Diagnosen hoch – insgesamt 87% sind nach einem Jahr danach weiterhin beschäftigt.

Schumann betont die Bedeutung dieses Instruments: „Damit dieses Instrument seine volle Wirkung entfalten kann, braucht es umfassende und leicht zugängliche Information. Mit unserer Online-Informationskampagne stellen wir sicher, dass Betroffene, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie Gesundheitspersonal, insbesondere Ärztinnen und Ärzten, denen im Entscheidungsprozess für eine Wiedereingliederungsteilzeit eine wesentliche Rolle zukommt, rasch, verständlich und verlässlich über Möglichkeiten, Abläufe und Voraussetzungen der Wiedereingliederungsteilzeit informiert sind.“