Koalitionszwist

Wirbel um Kurz-Ladung zu Pilnacek-U-Ausschuss

26.01.2026

Die NEOS wollen Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in den U-Ausschuss laden. Das Vorhaben sorgt in der Koalition allerdings für Unmut. 

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Die NEOS-Fraktionsführerin im Pilnacek-U-Ausschuss, Sophie Wotschke, kündigte erst kürzlich an, Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) als Auskunftsperson laden zu wollen. Die ÖVP soll das allerdings nicht gustieren, wie die "Salzburger Nachrichten" berichten. 

Demnach soll die Volkspartei den Pinken hinter den Kulissen verständlich gemacht haben, dass das Regierungsprogramm ein gemeinsames Vorgehen im Parlament vorschreibt - somit müsse auch die Ladungsliste abgestimmt sein. 

ÖVP-Hanger: Kenne keinen Antrag der NEOS

ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger stellt das gegenüber dem "Standard" in Abrede: Er kenne "keinen Antrag der NEOS" für eine Ladung von Kurz, demnach werde darüber aktuell auch nicht verhandelt. Zudem seien die Wotschkes Fragen "längst beantwortet".

Die NEOS-Fraktionschefin will bekanntlich wissen, wie Kurz so schnell vom Ableben Christian Pilnaceks erfahren konnte und was er mit dem früheren Justiz-Sektionschef am Vorabend des Todes noch besprochen hatte.

NEOS-Klubchef Yannick Shetty gab sich im Ö1-"Morgenjournal" abwartend. Die Entscheidung über die Ladung treffe "nicht ich, sondern unsere Fraktionsführerin", sagte er. "Ich habe da großes Vertrauen, dass das unter den Mitgliedern im Untersuchungsausschuss und den Fraktionsführern gut geklärt wird." Auch die Kurz-Frage würde gemeinsam besprochen. Klar sei, die Pinken würden sich "ausnahmslos - genauso wie in der Vergangenheit - an Transparenz, Kontrolle und Aufklärung beteiligen".

FPÖ könnte Kurz laden 

Trotz des innerkoalitionären Zwists rund um die Ladung von Kurz, dürfte dieser wohl so oder so als Auskunftsperson in den U-Ausschuss müssen. Denn auch die FPÖ hegt ein Interesse an einer Befragung des früheren ÖVP-Kanzlers.

Vorerst geht der U-Ausschuss diese Woche aber mit anderen Auskunftspersonen weiter. Am Mittwoch werden zwei Polizeibeamte befragt. Am Donnerstag kommen die zum Auffindungsort gerufene Ärztin und die Staatsanwältin, die die Obduktion angeordnet hat.
 

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