"Nicht unser Wien!"

Bürgermeister Ludwig weist Demonstranten zurecht

09.05.2026

Eigentlich sollte der Europa-Tag in Wien ein buntes Fest für das Miteinander werden, doch lautstarke Proteste sorgten bei den Politik-Größen für ordentlich Zündstoff und einen emotionalen Ausbruch. 

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Der Europa-Tag am Samstag sollte Wien mit Pop, Politik und einem EU-Rave in Feierstimmung versetzen. Doch als die Spitzen der Stadt- und Bundespolitik die Bühne betraten, kippte die Stimmung schlagartig. Während seiner Rede wurde Wiens Bürgermeister Michael Ludwig immer wieder von einer Gruppe Pro-Palästina-Demonstranten durch Zurufe und Trillerpfeifen unterbrochen. 

Sichtlich aufgelöst ignorierte der Stadtchef schließlich die Fragen der Moderatorin und knöpfte sich die Störer direkt vor. Er machte sie mitverantwortlich für die strengen Sicherheitsvorkehrungen beim kommenden Eurovision Song Contest. "Wegen Menschen wie Ihnen zum Beispiel" brauche es diese Maßnahmen, die hohe Kosten verursachen würden, wetterte Ludwig von der Bühne herab. Er betonte jedoch kampfeslustig: "Wir lassen uns hier nicht wegterrorisieren!" 

Appell an Wiener Toleranz

Im Eifer des Gefechts rutschte der Bürgermeister sogar in den Dialekt ab und stellte klar, dass das Verhalten der Pfeifenden nichts mit Toleranz zu tun habe. "Und des wos sie moch'n, hat mit Toleranz nix zu tun", konstatierte Ludwig. Er beendete seine Ansage mit der deutlichen Botschaft: "Das ist nicht unser Wien!" Laut dem Stadtchef hätten die Demonstranten an diesem Tag sicher keine neuen Sympathisanten gewonnen.

Kritik von Meinl-Reisinger

Auch Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, die ebenfalls auf der Bühne stand, zeigte sich nach dem Vorfall wenig begeistert. Die NEOS-Chefin erklärte, dass sie zwar Verständnis für politische Äußerungen habe, das bloße Niederbrüllen mit Trillerpfeifen jedoch "keinen Sinn" ergebe. Sie empfand es als schade, dass die Veranstaltung im Zeichen der Vielfalt gestört wurde. 

Fokus auf Song Contest
Abschließend appellierte Meinl-Reisinger an den Geist des Eurovision Song Contests als Fest der Liebe und Vielfalt. Diesen Spirit solle man in Wien gemeinsam zeigen. Trotz des Zwischenfalls hielten die Verantwortlichen an ihrem Versprechen fest, ein sicheres Fest des Miteinanders durchzuführen.