Große Umfrage

Schock-Report: So (un)sicher fühlt sich Österreich

23.02.2019

Mordserie und Überfälle sorgen bei den Österreichern für höheres Unsicherheitsgefühl.

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Zwölf Morde bereits seit Jahresbeginn, eine Reihe von gewalttätigen Überfällen an den gefährlichen Hotspots der größeren österreichischen Städte: Obwohl die allgemeine Kriminalitätsrate in Österreich im Sinken begriffen ist, sorgt die Häufung von Gewalt­delikten in letzter Zeit für ein erhöhtes Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung. Das bestätigt auch eine brandaktuelle ÖSTERREICH-Umfrage (Re­search Affairs, 1.005 Onlineinterviews, 13.–20. Februar, Schwankungsbreite 3,2 %).

  • Sicherheitsgefühl. Eine Mehrheit von 53 % aller Österreicher ist der Meinung, dass die Sicherheit für Leib und Leben in den vergangenen Jahren abgenommen hat (26 % etwas, 27 % sehr abgenommen). Bei den Frauen sind es sogar 55 %. Nur 19 % haben das Gefühl, dass die Sicherheit zu­genommen hat. Eher wenig überraschend: Das Unsicherheitsgefühl ist bei deklarierten FPÖ-Wählern am stärksten ausgeprägt (75 %), am schwächsten bei Grünen (30 %).

 

Am stärksten ist Furcht bei Frauen zwischen 30 und 39

  • Sicherheit als Frau. Stellt man Österreicherinnen detailliert die Frage nach ihrem Sicherheitsempfinden als Frau, fühlen sich 58 % unsicherer als noch vor wenigen Jahren. Am stärksten ausgeprägt ist das Unsicherheits­gefühl bei Frauen zwischen 30 und 39 Jahren.

 

  • Angst vor Verbrechen. Haben Sie Angst, selbst Opfer eines Verbrechens zu werden? 44 % der Österreicher beantworten diese Frage mit Ja – ein sehr hoher Wert. Bei einer vergleichbaren Umfrage vor fünf Jahren lag die Quote bei 25 %. Und hier ist auch der Unterschied zwischen Männern und Frauen signifikant hoch. 55 % der Frauen, also weit mehr als die Hälfte, haben Angst, zum Opfer zu werden (gegenüber 36 % bei den Männern). Am meisten (über 60 %) fürchtet man sich in Niederösterreich, Salzburg und der Steiermark.

 

Am größten ist Angst vor Überfällen auf der Straße

  • Überfälle. Am weitesten verbreitet ist mit 66 % die Furcht vor einem Überfall auf der Straße. Erst weit dahinter an zweiter Stelle: 32 % haben Angst vor einem Einbruch in ihrer Wohnung. Hier war die Zahl in früheren Jahren weit höher, die Zahl der Delikte hat aber stark abgenommen. 16 % befürchten, ermordet zu werden. Eine sehr hohe Zahl der Frauen, 44 %(!), hat Furcht, selbst Opfer sexuellen Missbrauchs zu werden.

 

  • In der Nacht. 49 % der Österreicher haben ein mulmiges Gefühl, nach 22 Uhr allein auf die Straße zu gehen, bei den Frauen sind es sogar 53  %. 12 % gehen nach 22 Uhr überhaupt nicht allein aus dem Haus (bei den Frauen 20 %). Nur 27 % der Frauen haben kein ungutes Gefühl, wenn sie nächtens alleine sind.

Fazit. Auch wenn wir uns laut Kriminalitätsstatistik immer weniger fürchten müssten, nimmt das Unsicherheitsgefühl der Österreicher signifikant zu.