Ärzte beschuldigt

Streit um gratis Zahnspangen

01.02.2013

Weil Kassen nahezu saniert sind, will Hauptverbandschef mehr Leistungen fördern.

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© Symbolbild/ Getty
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Nach jahrelanger hoher Verschuldung jubelt Hauptverbandschef Hansjörg Schelling jetzt über die Konsolidierung. Der Kostenanstieg von 2010 bis 2013 sollte um 1,7 Milliarden Euro gedämpft werden. Dieses Ziel werde um 500 Millionen Euro übererfüllt, so Schelling.

Mit dem Geld möchte der Hauptverbandschef neue Leistungen finanzieren. „Wir wollen Zahnersatz und Zahnspangen mehr fördern“, so Schelling zu ÖSTERREICH. „Vorstellbar“ sei für ihn auch, dass Zahnspangen für Kinder künftig überhaupt gratis seien. Derzeit fallen für Eltern je nach Behandlung etwa 2.000 bis 4.000 Euro an. Die Kassen übernehmen rund 300 Euro.

„Wollen keine Schönheits-Operationen bezahlen“
Auch Förderungen bei Zahnspangen für Erwachsene sind für Schelling denkbar. „Wichtig ist, dass wir keine Schönheitsoperationen zahlen, sondern eine medizinische Indikation gegeben ist“, sagt Schelling.
Die Zahnärztekammer lege sich allerdings quer. Sie will ein Gesamtpaket, Schelling will die neuen Leistungen nach und nach einführen. „Das würde uns aber finanziell überfordern“, sagt er. Aus der Zahnärztekammer heißt es, Widerstand gebe es „ausschließlich aus den Sozialversicherungen“. Schelling vermutet hingegen, dass die Ärzte um ihre Tarife fürchten.

Schelling will noch weitere Leistungen ausbauen:

  • Kostenersatz bei Burn-out-Therapien und psychischer Erkrankungen von Kindern.
  • Senkung der Kosten für Mammografien.
  • Mehr Förderung für schulische und betriebliche Prävention

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