"Besuch von mir"

Streit um Inflation: Staatsekretärin gegen Statistik-Chefin

23.01.2026

Die Regierung möchte die Teuerungs-Berechnung ändern, um die Inflation zu senken. Derzeit liegt diese fast doppelt so hoch wie das Kanzler-Ziel von 2%.

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Statistik-Austria-Chefin Manuela Lenk erteilte dem Wunsch von Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) nach Änderung des Tourismus-Teuerungs-Berechnung eine Absage. Zehetner kündigt jetzt an, dass sie bei der Statistik vorbeischaue. Nächste Woche kommt es zum Aufeinandertreffen.   

"Berechtigte Fragen zu Luxus-Orten"

„Nach zahlreichen Gesprächen mit Betrieben, Branchenvertretern und Expertinnen stellen sich berechtigte Fragen zur derzeitigen Methodik der Inflationsmessung", so Zehetner. Konkret geht es darum, warum bei der Erhebung der Preisentwicklung nahezu ausschließlich  nahezu ausschließlich der urbane Raum berücksichtigt wird und mit Schladming sowie Saalbach-Hinterglemm ausgerechnet zwei stark touristisch geprägte Regionen als Referenz herangezogen werden, während ländliche Regionen mit ganz anderen Kostenstrukturen nahezu unberücksichtigt blieben.

Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk verweist auf Regeln, die international angewendet werden und dass jeden Monat die Preise in Hotels erhoben werden - dessen ungeachtet, ob es sich um ausländische oder inländische Gäste handle.

Die Statistik Austria erhebe die Preise in Tourismusregionen in Hotels unabhängig davon, wer dort nächtigt. Hotels herauszurechnen, in denen nur ausländische Gäste nächtigen, sei nicht so einfach. "Wir können das auch nicht wissen", sagte Lenk. Zehetner hatte zuletzt angekündigt, die Bedeutung von Tourismus für die Inflationsberechnung gemeinsam mit der Statistik Austria überprüfen zu wollen, da der Tourismus im Fall von ausländischen Gästen wirtschaftlich ein Dienstleistungsexport sei.

Staatssekretärin will beim VPI genau hinsehen

Für die Staatssekretärin ist insbesondere nicht nachvollziehbar, dass der Tourismus pauschal als einer der Haupttreiber der Inflation dargestellt wird. „Viele Betriebe kämpfen mit sinkenden Margen. Das deutet klar darauf hin, dass Kosten eben nicht in vollem Umfang an die Gäste weitergegeben werden", so Zehetner.

Zehetner betont zudem, dass beim Verbraucherpreisindex (VPI) insgesamt besonders genau hingesehen werden müsse, weil die Inflationsmessung in Österreich weitreichende Auswirkungen über die reine Statistik hinaus entfaltet. „Der VPI ist eine zentrale Referenzgröße, etwa für Indexierungen und als Orientierung in wirtschaftlichen Erwartungsbildungen. Gerade deshalb muss sichergestellt sein, dass die Berechnungslogik die Realität im Tourismus sachgerecht und differenziert abbildet“, so Zehetner.
 

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