Politik

Stronach: Wahl-Coup mit ORF-Chefin

10.08.2013

ÖVP nach Wechsel von Monika Lindner im Schockzustand.

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Keine 20 Stunden, nachdem via oe24.at die Polit-Bombe platzte, steht die ÖVP noch immer unter schwerem Schock! Just jene Frau, über die Jörg Haider einmal sagte: „Monika Lindner ist so schwarz, dass sie selbst im Tunnel noch Schatten wirft“, tritt am 29. September für das Team Stronach an.

Lindner kommt aus dem innersten ÖVP-Kreis
Überraschung. Damit ist dem Milliardär ein echter Coup gelungen. Ein Messerstoß mitten ins schwarze Polit-Herz des Landes. Denn die ehemalige ORF-Chefin, Managerin und TV-Moderatorin (siehe Kasten rechts) zählte bis Freitagfrüh zum innersten Kreis der schwarzen Machthälfte: Intim-Freundin von Raiffeisen-Mastermind Christian Konrad. Engste Vertraute von NÖ-Landeschef Erwin Pröll, Wolfgang Schüssel, Willi Molterer und Sepp Pröll. Ihr Polit-Wechsel, erwischte aber alle kalt. Ein hochrangiger VP-Mann: „Wir haben erst Freitagfrüh davon erfahren. Nur Konrad wusste es bereits früher.“ Frustrierter Nachsatz: „Und er ist so fassungslos wie wir alle. Niemand kann verstehen, warum sie uns das jetzt antut.“

ÖVP geschockt. Es dauerte Stunden, bis VP-Generalsekretär Hannes Rauch die Geschütze ausfuhr: „Sie wird Stronach schaden, weil sie bei den Wählern genau so unbeliebt sein wird wie bei den ORF-Mitarbeiter. Es kennt sie auch keiner!“
Da könnte Rauch irren.

Denn Lindner war in den 70er- und 80er-Jahren ein TV-Star mit hoher Glaubwürdigkeit vor allem bei den Frauen. Stronach ist damit ein strategischer Doppelschlag für jene drei Zielgruppen gelungen, die ihm derzeit am wichtigsten sind: Wähler über 50, Frauen und vor allem ÖVP-Wähler.

So tickt Frank Stronachs neue Polit-Wunderwaffe

Als sie 2006 als ORF-Chefin gestürzt wurde, sagte sie nur lapidar: „Die Politik hat gegeben, die Politik hat genommen.“ Lindner war ein ORF-Urgestein – Moderatorin und Erfinderin von Willkommen Österreich. Gefürchtet und beliebt.

Raiffeisen. Danach wechselte sie in den Raiffeisen-Konzern. War Beraterin der Medicur. Aufsichtsrat bei der strauchelnden Außenwerbefirma Epamedia, dann Geschäftsführerin – ein Job, den sie aus Freundschaft zu Christian Konrad übernahm. Aber sie schaffte den Turnaround nicht. Nach einem zweistelligen Millionenverlust wurde die Firma 2012 verkauft. Lindner schied aus.

Charity. Danach war Lindner für das St. Anna Kinderspital und das Hilfswerk Austria auf Spendensuche. „Aber Monika war enttäuscht, dass sie abgeschoben wurde – wollte wieder mitspielen“, so ein Freund. Da kam Stronachs Angebot.

Diese Prominenten kämpfen für Stronach

Wenn es um bekannte Mitstreiter geht, hat Frank Stronach bisher schon ein glückliches Händchen bewiesen. Auf den bereits eingereichten Landeslisten finden sich zahlreiche Prominente:

Auf der Landesliste in Niederösterreich kandidieren etwa die Ex-Miss-World Ulla Weigerstorfer und Ex-ATV-Manager Tillmann Fuchs. Ein besonderer Coup ist in Wien gelungen: Dort wird man Ex-Ö3-Wecker Hary Raithofer auf dem Wahlzettel finden. Auch der bekannte frühere Kripo-Chef Max Edelbacher tritt in der Bundeshauptstadt an. In Kärnten konnte man eine lokale Berühmtheit aufstellen: Der ehemalige ORF-Landes-Intendant Willy Haslitzer tritt dort zur Wahl an.

Auf der Bundesliste wird hinter Stronach seine engste Vertraute Kathrin Nachbaur kandidieren – auf Platz 3 soll Monika Lindner stehen.



 
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