Drohung an Bischöfe

Verein will Missbrauchs-Priester verraten

02.03.2010

"Priester ohne Amt" droht mit der Veröffentlichung der Namen, wenn die wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Priester nicht aus der Seelsorge entfernt werden.

Zur Vollversion des Artikels
Zur Vollversion des Artikels

Die österreichischen Bischöfe sehen sich während ihrer Frühjahrsvollversammlung mit einer heftigen Drohung konfrontiert. Der Verein "Priester ohne Amt" (Priester, die wegen einer Eheschließung ihr Amt nicht mehr ausüben dürfen) hat die Bischofskonferenz am Dienstag aufgefordert, alle Priester aus dem Seelsorgedienst zu entfernen, die wegen Kindesmissbrauchs bereits rechtskräftig verurteilt sind.

Amtsenthebung oder Veröffentlichung
"Zurzeit sind in Österreich noch mehrere solcher Priester in fast allen Diözesen tätig. Wenn die Österreichischen Bischöfe nicht handeln, sehen wir uns zum Schutz der Kinder gezwungen, ihre Namen zu veröffentlichen", erklärte der Verein.

Menschenrechte nicht anerkannt
Wenn ein Priester öffentlich zu seiner Liebe zu einer Frau und zu seinen Kindern stehe, werde er hingegen "zum Schaden der Seelsorge gnadenlos aus dem priesterlichen Dienst entlassen", obwohl er damit kein Gebot Gottes verletze. Das Recht auf Ehe sei nicht nur ein allgemeines Menschenrecht, sondern auch ein Naturrecht. Die Bischofskonferenz sei die einzige Institution in Österreich, welche die Menschenrechte in ihrer Verwaltung nicht anerkenne, kritisieren die "Priester ohne Amt".

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel