Vertrauensabstimmung spaltet

Rendi-Wagner steht auf der Kippe

19.02.2020

Mittlerweile werden drei SP-Landeshauptleute als Alternative für Rendi-Wagner genannt.

Zur Vollversion des Artikels
 
Zur Vollversion des Artikels

 

Poker. Pamela Rendi-Wagners Idee – in der SPÖ wird es „der Alleingang“ genannt –, im Zuge der SPÖ-Mitgliederbefragung auch die Vertrauensfrage über sich selbst zu stellen, entwickelt sich zum brandgefährlichen Poker für sie. Wie in dieser Kolumne berichtet, hatte sie die Abstimmung darüber – soll die Vertrauensfrage überhaupt gestellt werden – nur haarscharf mit zwölf zu zehn Stimmen gewonnen.

Im Hintergrund braut sich ein Aufstand zusammen

Die Zustimmung hatten ihr die Landeschefs von Wien, Burgenland und Kärnten allerdings hauptsächlich gegeben, um ein „Fiasko“ zu verhindern, wie ein Insider berichtet.

Quer durch alle Bundesländer sei das Interesse, an dieser Mitgliederbefragung überhaupt teilzunehmen, gering. Vor allem in der Steiermark – dort finden Gemeinderatswahlen statt – sowie in Niederösterreich braue sich eine „Widerstandsbewegung“ zusammen.

Noch sei unklar, ob sie es darauf anlegen, die SPÖ-Chefin bewusst zu streichen, oder ob sie schlicht nicht an der Befragung teilnehmen wollen.

Rendi-Wagner und ihr engstes Beraterteam hatten geglaubt, mit dieser Vertrauensfrage einen „Befreiungsschlag“ zu schaffen.

Das Kalkül: Die Landeschefs müssten wenige Monate vor der Wiener Landtagswahl nun Stimmung für sie machen, um einen planlosen Abgang an der SPÖ-Spitze zu vermeiden.

Übersetzt: Die Rendi-Berater glauben, dass die SPÖ keine Alternative für sie hätte. Da könnten sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben. Mehrere SPÖ-Insider berichten ÖSTERREICH: „Wir haben einen Plan B. Einer der drei Landeshauptleute könnte die SPÖ einfach führen.“

Wahrscheinlichste Variante wäre dann Wiens Bürgermeister als Parteichef.

Isabelle Daniel

Zur Vollversion des Artikels