Wahl-Insider

Dirty Tricks gegen Kern und Kurz

12.09.2017

SPÖ, ÖVP und FPÖ werfen sich „Dirty Tricks“ vor. Was wirklich läuft. Geschichte einer Intrige.

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© APA/GEORG HOCHMUTH
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Die FPÖ will das Wahlkampf-Dossier der ÖVP haben und lässt ein 180-Seiten-Papier kursieren. Ein Wahlkampfkonzept – und jede Menge E-Mails – der SPÖ wurde wiederum den Roten entwendet und geistert in politischen und medialen Kreisen herum.

Die SPÖ hat ihrerseits – zeigen die E-Mails – vor einigen Wochen ein Video für den „internen Gebrauch“ gegen Sebastian Kurz drehen lassen.

Die ÖVP beklagt unermüdlich „Dirty Campaigning“ aller anderen, die das wiederum bei den türkis gewordenen Schwarzen orten. Wie auch immer – 33 Tage vor der Wahl wird der Kampf immer härter.

Drei Lager in der SPÖ mit konträren Interessen

Dabei fällt auf, dass zumindest die rote und die schwarze Welt offenbar kopfstehen. Während die ÖVP, die einst leidenschaftlich gegen ihre jeweiligen Parteiobleute intrigierte, derzeit geschlossen hinter VP-Kanzlerkandidat Sebastian Kurz steht, muss SPÖ-Kanzler Christian Kern nicht nur gegen die politische Konkurrenz, sondern auch gegen Heckenschützen aus der eigenen Partei ankämpfen.

  • In der SPÖ sind gleich drei Fraktionen unterwegs: die „Rechten“ rund um Burgenlands SPÖ, die eng mit dem Lager von Ex-SPÖ-Kanzler Werner Faymann verbunden sind und die – so behaupten es zumindest mehrere hochrangige Rote – SPÖ-Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil „in Stellung bringen – entweder für Rot-Blau oder als Vizekanzler für Schwarz-Rot“. Dass Doskozil nun via APA bekräftigt hatte, dass man „mit allen Mitteln“ den Gang der SPÖ in die Opposition „verhindern“ müsse, heizt diese Gerüchte noch an.
  • Die zweite Gruppe in der SPÖ unterstützt Kern tatsächlich. Sie – Teile der SPÖ-Wien, die Roten in Niederösterreich, Kärnten und den westlichen Bundesländern sowie Teile der Gewerkschaft – kämpfen darum, dass „wir mit Kern, trotz widriger Umstände, Nummer eins bleiben“. Diese Gruppe würde dafür sorgen, dass Kern – dafür benötigt er die 27 Prozent, die Faymann unter weit leichteren Umständen 2013 erzielte – „auch als Nummer zwei Parteichef“ bliebe. In diesem Fall wäre der Gang in die Opposition wahrscheinlich.
  • Eine dritte Gruppe in der SPÖ möchte einen „neutralen“ SPÖ-Chef installieren, der der ÖVP auch als Nummer zwei ein Angebot machen solle. ÖVP und FPÖ beobachten das SP-Treiben mit Schadenfreude.
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