Ab 1. Jänner

Wien verbietet Altkleidercontainer im öffentlichen Raum

29.04.2026

 Wien verbietet die Altkleider-Sammelcontainer auf öffentlichem Grund.  

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© APA/MARKUS HRUSKA
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Aus Altkleidercontainern herausgerissene Kleidungsstücke, die wild verstreut rund um die Behälter auf den Gehsteigen liegen, sind in Wien ein leider allerorts bekanntes Bild. Laufend werden die Container illegal geöffnet oder sogar aufgebrochen, um die offenkundig brauchbaren Kleidungsstücke zu entnehmen. Der weniger interessante Rest wird oft einfach neben den Containern liegen gelassen oder achtlos auf Gehsteige und Straßen geworfen. Dadurch kommt es nicht nur zur Verunreinigung durch die Textilien selbst, sondern es wird auch Ungeziefer und weiterer Vermüllung Tür und Tor geöffnet. Schmutz zieht bekanntlich Schmutz an und sorgt für massiven Ärger in den Bezirken.

Beschwerdeflut über "Sag‘s Wien App"

Die Beschwerden über diese Zustände nehmen laufend zu, über die "Sag’s Wien App" wurden im Vorjahr fast 800 sowie heuer bereits über 340 Meldungen übermittelt. Die Mitarbeiter der MA 48 müssen mehrfach täglich ausrücken, um die herumliegende Altkleidung einzusammeln und zu entsorgen. Die Betreiber dieser Container wurden über Jahre immer wieder aufgefordert, diese Missstände zu beseitigen und für Sauberkeit im Umfeld ihrer Boxen zu sorgen.

© MA48

Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) betont, dass diese Bemühungen leider erfolglos waren und zieht deshalb nun die Konsequenzen. „Fakt ist, die Betreiber bekommen dieses Problem nicht in den Griff und lagern die Probleme und Kosten an die Öffentlichkeit aus. Und daher sind nun weitere Maßnahmen nötig: Wir werden das Aufstellen dieser Altkleidercontainer auf öffentlichem Grund künftig verbieten", so Sima. Aktuell sind in Wien noch 2.280 Altkleidersammelcontainer auf öffentlichem Grund bewilligt, die meist im Umfeld von Altstoffsammelinseln stehen.

Neues Verbot tritt ab Jänner 2027 in Kraft

Die rechtliche Grundlage für das Aus der Container bilden eine Änderung des Wiener Gebrauchsabgabegesetzes sowie eine neue ortspolizeiliche Verordnung des Magistrats. Die Regelung soll mit 1. Jänner 2027 in Kraft treten und betrifft explizit die Aufstellung der Boxen auf öffentlichem Grund, während das Sammeln von Altkleidern an sich grundsätzlich erlaubt bleibt. Mit der Entfernung der Behälter von den Straßen erwartet die Stadt eine massive Reduktion der Verschmutzung.

Auch Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) verweist auf die Notwendigkeit von Wertschätzung für die Umwelt und setzt auf die Kreislaufwirtschaft. "Wir unterstützen die Verwertung von Altkleidern und bieten schon seit langem die Abgabe auf den Wiener Mistplätzen, wo Altkleider-Sammelcontainer zur Verfügung stehen. Die abgegebene Kleidung wird sortiert und schöne Ware im 48er-Tandler in Margareten sowie in der Donaustadt weiterverkauft“, hebt der Stadtrat hervor.

Genügend Alternativen für das alte Gewand

Für die Wienerinnen und Wiener gibt es abseits der Gehsteige weiterhin genug Möglichkeiten, nicht mehr benötigte Kleidung sinnvoll abzugeben. Neben den Wiener Mistplätzen können Textilien weiterhin bei Annahmestellen karitativer Organisationen wie der Volkshilfe oder der Caritas abgegeben werden. Auf privatem Grund dürfen zudem auch in Zukunft Container aufgestellt werden. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Plattformen zum Kleidertausch und auch einige Modeketten bieten bereits eigene Secondhand-Plattformen an oder nehmen gebrauchte Kleider direkt in ihren Shops zurück.