"Watschen"-Affäre
Wirbel um Kickl-Sager: Jetzt reagiert die Koalition
21.05.2026Die Koalition reagiert auf umstrittene Aussagen von FPÖ-Obmann Herbert Kickl zur Kindererziehung und bringt in der heutigen Sitzung des Nationalrats einen Entschließungsantrag für gewaltfreie Erziehung ein.
Jede Form der Verharmlosung von Gewaltanwendung sei abzulehnen. "Gewalt darf niemals ein legitimes Mittel sein", heißt es in der (unverbindlichen) Initiative.
Kickl hatte bei der 1. Mai-Veranstaltung seiner Partei in Linz von der "guten alten Zeit" gesprochen, als der Lehrer noch eine Respektsperson gewesen sei. Integration sei damals für "Ausländer in den Schulklassen" eine Bringschuld gewesen, und der Lehrer habe ein "bisserl nachgeholfen", wenn ein Schüler nicht "gespurt" habe. Mit einer Handbewegung deutete Kickl dabei eine Ohrfeige an.
Kickl kontert
Am Mittwoch betonte der FPÖ-Obmann im Nationalrat, das Wort Watsche nicht in den Mund genommen zu haben. Er bekenne sich aber dazu, dass Fehlverhalten auch Konsequenzen haben müsse: "Wenn man etwas liebt, heißt das nicht, dass man immer lieb sein muss", richtete er den anderen Fraktionen aus.
Im Antrag der Koalition heißt es, die "Entgleisung" Kickls am 1. Mai sei "inakzeptabel". Gewalt als Erziehungsmittel sei in Österreich verboten. Der Schutz von Kindern müsse für alle politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger oberste Priorität haben.