Technik hilft
"ZiB2"-Premiere: ÖVP-Mandatar mit KI-Stimme im ORF
08.02.2026ÖVP-Mandatar Klaus Fürlinger sorgte für eine Premiere in der "Zeit im Bild 2". Er antwortete mittels eines KI-Stimmavatars.
Schon im Dezember sorgte ÖVP-Mandatar Klaus Fürlinger für eine Premiere im Parlament. Er hielt eine Rede im Nationalrat, allerdings nicht mit seiner eigenen Stimme, sondern mit einer KI-generierten. Der Grund: Wegen einer Erkrankung kann der Rechtsanwalt nicht mehr so einfach selber sprechen. Aus alten Reden Fürlingers wurde ein KI-Stimmavatar erschaffen.
Am Sonntagabend war Fürlinger nun auch zu Gast in der "ZiB2". Mit dabei: sein Tablet, wo er seine Antworten eintippen konnte, die dann vorgesprochen wurden.
Darum verzögert sich die Bundesstaatsanwaltschaft
Fürlinger ist Justizsprecher der ÖVP und war zum Thema Bundesstaatsanwaltschaft in der Sendung. Bekanntlich will Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) für diese bald einen Gesetzesentwurf vorlegen.
Das Vorhaben wurde bereits mehrfach verschoben. Das, so Fürlinger, sei so, weil es eine "deutliche Verbesserung" zum bestehenden System geben müsse. Denn: "Wir haben ein funktionierendes System". Auch "die parlamentarischen Kontrollrechte müssen sichergestellt werden". "Idealerweise", so Fürlinger, werde es einen einstimmigen Beschluss im Parlament geben.
"Schauen, was geht"
Die FPÖ zeigte sich allerdings bereits kritisch. Ein All-Parteien-Beschluss scheint somit unwahrscheinlich. Fürlinger würde das aber so nicht sagen. Man müsse mit allen verhandeln und dann "schauen, was geht". Jedenfalls braucht es eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Wenn also die FPÖ nicht mitzieht, müssten zumindest die Grünen dafür sein.
Auch die überfüllten Gefängnisse waren Thema im Interview. Dass diese überbelegt seien, sei "unstrittig", erklärte Fürlinger. Die Regierung habe aber bereits die Regeln für die Fußfesseln erweitert. Außerdem "sollte nicht immer eine Haft verhängt werden", also beispielsweise bei kleinen Delikten. Und: Ausländische Häftlinge müssen "rascher bedingt entlassen" werden und ihr Heimatland zurück.
Diversion "losgelöst von aktuellen Fällen" diskutieren
Zum Thema Diversion, das ja zuletzt mit ÖVP-Klubchef August Wöginger oder dem Linzer Ex-Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) wieder an Dynamik gewann, meinte Fürlinger: "Man sollte das Thema Diversion losgelöst von aktuellen Fällen diskutieren". Und: "Das Strafgesetzbuch ist keine periodische Monatszeitschrift, die alle vier Wochen neu erscheint".
Am Ende sprach ORF-Moderator Martin Thür auch noch die Besonderheit des Interviews, das durch Künstliche Intelligenz möglich wurde, an. Wie sehr hilft Fürlinger Technik bei seinen Berufen, Politiker und Anwalt? "Zur Zeit bin ich noch in der Lage, mehr oder weniger verständlich zu reden", so der ÖVP-Mandatar. Technik sei aber zum Bestandteil seiner Berufe geworden.
"Menschlichkeit" macht Parlament barrierefrei
Und wie barrierefrei ist das Parlament? Aufgrund des Denkmalschutzes sei es teils unmöglich, alles barrierefrei zu machen. Aber: "Alle sind sehr zuvorkommend und hilfsbereit", so Fürlinger in Richtung aller Abgeordneten, Sicherheitspersonal und sonstigen Parlamentsmitarbeitern. Also: "Menschlichkeit macht es barrierefrei", so der ÖVP-Mandatar.